Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Studie zur Wirksamkeit von Ceftiofur bei fieberhaften Puerperalstörungen des Rindes (2002)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Beetz, Olaf
    Quelle
    Berlin, 2002 — 117 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000816
    Kontakt
    Tierklinik für Fortpflanzung

    Königsweg 65
    Haus 27
    14163 Berlin
    +49 30 838 62618
    fortpflanzungsklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    In einem milcherzeugenden Betrieb in Sachsen-Anhalt wurden drei Regime zur Behandlung einer akuten puerperalen Endometritis verglichen. Dabei wurde die alleinige systemische Behandlung mit Ceftiofur (Versuchsgruppe) der Kombination von systemischer Applikation von Ampicillin mit intrauteriner Applikation von Ampicillin und Cloxacillin (Kontrollgruppe A) und der Kombination von systemischer Applikation von Ceftiofur mit intrauteriner Applikation von Ampicillin und Cloxacillin (Kontrollgruppe B) gegenübergestellt. Alle im Versuchszeitraum abgekalbten Kühe wurden am vierten bis sechsten Tag post partum einer Puerperalkontrolle unterzogen. Dabei wurde vaginoskopisch der Ausfluss hinsichtlich Menge und Geruch beurteilt. Darüber hinaus erfolgte die Messung der Körpertemperatur, die Beurteilung des Allgemeinbefindens und der Körperkondition. Ausschlaggebend für die Aufnahme in die Studie waren vermehrter und übelriechender Vaginalausfluss oder Nachgeburtsverhaltung. Die Studientiere wurden abwechselnd den einzelnen Studiengruppen zugeordnet. Die Kühe der Versuchsgruppe erhielten an drei auf einander folgenden Tagen einmal täglich 600 mg Ceftiofur. Die Tiere der Kontrollgruppe A wurden systemisch mit 6000 mg Ampicillin und intrauterin mit 2500 mg Ampicillin und 2500 mg Cloxacillin in Form von Uterusstäben behandelt. Die intrauterine Behandlung der Tiere in der Kontrollgruppe B erfolgte analog der Behandlung in der Kontrollgruppe A. Systemisch erhielten sie dagegen 600 mg Ceftiofur. Bei allen Studientieren wurde sechs Tage die Körpertemperatur rektal gemessen. Am dritten Tag nach Behandlungsbeginn erfolgte eine erneute vaginoskopische Beurteilung und am sechsten Tag nach Behandlungsbeginn die Endbeurteilung. Tiere, die an diesem Tag eine rektale Körpertemperatur von mehr als 39,5°C aufwiesen, wurden als Misserfolg gewertet und weitere drei Tage systemisch mit 3000 mg Oxytetrazyklin behandelt. Am 18. bis 20. Tag post partum (PK2) und am 32. bis 34. Tag post partum (PK3) erfolgten weitere vaginale und rektale Untersuchungen. Unabhängig von den erhobenen Befunden erhielten alle Tiere zu diesen Terminen eine Prostaglandin F2alpha-Injektion. Alle Versuchstiere wurden nach einer Freiwilligen Wartezeit von 55 Tagen auf eine spontane Brunst besamt. Alle Tiere, die bis zum 80. Tag post partum noch nicht gerindert hatten, wurden einer Sterilitätsbehandlung unterzogen. Der Behandlungserfolg wurde anhand der Anzahl Misserfolge und den erreichten Fruchtbarkeitskennzahlen, insbesondere Brunstnutzungsrate, Rastzeit, Güstzeit, Erstbesamungserfolg und Konzeptionsrate, bewertet. Gemessen an der Körpertemperatur am sechsten Tag nach Behandlungsbeginn zeigten alle Behandlungsformen einen vergleichbaren klinischen Erfolg (82,7% bis 86,9%). Die Unterschiede waren nicht signifikant (p>0,05). Der Anteil an Tieren mit gestörtem Allgemeinbefinden war in allen Studiengruppen am ersten Behandlungstag signifikant höher als am sechsten Tag (p<0,05). Hingegen bestand im Anteil an Kühen mit vermehrtem und übelriechendem Vaginalausfluss zwischen dem ersten und sechsten Behandlungstag kein signifikanter Unterschied (p>0,05). Unterschiede zwischen den Studiengruppen waren ebenfalls nicht signifikant (p>0,05). Die Unterschiede in den Rast- und Güstzeiten sowie dem Erstbesamungserfolg waren zwischen den Studiengruppen nicht signifikant. Die Rastzeiten lagen in dieser Studie bei 8522 bis 8826 Tagen, während die Güstzeiten zwischen 10030 und 10530 Tagen lagen. Bestehende Unterschiede zwischen den Studiengruppen waren nicht signifikant (p>0,05). Die Konzeptionsraten lagen zwischen 29,7% (Kontrollgruppe B) und 48,6% (Kontrollgruppe A). Bezüglich der Konzeptionsrate, dem Anteil tragender Tiere und der Abgangsrate schloss die Kontrollgruppe B signifikant schlechter ab als die Versuchsgruppe und die Kontrollgruppe A (p>0,05). Aus der Gruppe "Tiere mit Fieber" gingen insgesamt signifikant mehr Tiere ab als aus der Gruppe "Tiere ohne Fieber" (p<0,05). Die ökonomische Analyse der Behandlungsregime ergab die geringsten Kosten pro Trächtigkeit für die Versuchsgruppe. Der Unterschied zur Kontrollgruppe A war allerdings nur sehr gering. Der finanzielle Vorteil lag in der Reduzierung des Milchgeldverlustes und der Kosten für Medikamente und tierärztliche Gebühren. Den größten Einfluss auf die Ökonomie hatten allerdings die Remontierungskosten. Sie machten den größten Kostenanteil in allen Studiengruppen aus.