Fachbereich Veterinärmedizin


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    Evaluierung der Cytobrush-Methode zur Diagnostik von subklinischen Endometriden und Auswirkungen der Entzündung auf die folgende Fruchtbarkeitsleistung von Milchkühen (2004)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Raab, Damaris
    Quelle
    Berlin: Mensch & Buch Verl., 2004 — 156 Seiten
    ISBN: 3-89820-719-6
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001493
    Kontakt
    Tierklinik für Fortpflanzung

    Königsweg 65
    Haus 27
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62618 Fax.+49 30 838 62620
    email:fortpflanzungsklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Beim Milchrind stellt die chronische Endometritis in der postpartalen Phase eine häufig auftretende Erkrankung dar. In der tierärztlichen Praxis angewandte Diagnosemethoden sind die Palpation vom Rektum her und die vaginoskopische Untersuchung. Ziel dieser Studie war es eine zytologische Methode (Cytobrush) als Diagnostikum für subklinische Endometritiden zu evaluieren. In einer Feldstudie wurde die Auswirkung dieser subklinischen Entzündung auf die Fruchtbarkeitsleistung der Tiere ermittelt. Auf einem Milchviehbetrieb im Land Brandenburg wurden zwischen dem 21. und 27. Tag nach der Kalbung Puerperalkontrollen (PK 1) durchgeführt. Bei 407 nach rektaler Palpation klinisch unauffälligen Tieren erfolgte anschließend eine Zellentnahme aus dem Uterus mit der Cytobrush-Methode. In den zytologischen Präparaten wurde der Anteil neutrophiler Granulozyten (PMN) bestimmt. Es erfolgte eine Einteilung der Tiere in zwei Gruppen anhand des Anteils an PMN im zytologischen Präparat. Tiere mit weniger als 5% PMN wurden als gesund, Tiere mit mindestens 5% PMN als an einer subklinischen Endometritis erkrankt eingestuft. Ein Therapieversuch wurde nicht unternommen. Nach vierzehn Tagen wurde bei 306 klinisch gesunden Kühen die Cytobrush-Untersuchung wiederholt. Zur PK 1 waren 58,7% der Kühe zytologisch gesund, während 41,3% der Tiere eine subklinische Endometritis aufwiesen. Bei der Nachuntersuchung dieser unbehandelten Kühe wiesen nur noch 16,4% der Tiere mindestens 5% PMN im zytologischen Präparat auf, 83,6% der Tiere zeigten weniger als 5% PMN. Zur Bestimmung der Fruchtbarkeitsparameter wurden 375 Kühe herangezogen, die auch zur Nachuntersuchung unbehandelt blieben. In der Gruppe der erkrankten Tiere war der Anteil besamter Tiere statistisch signifikant geringer als in der Gruppe der gesunden Tiere (p<0,05). Die Rast- und Güstzeiten unterschieden sich nicht wesentlich. Die Brunstnutzungsrate war in beiden Gruppen gleich hoch. In der Gruppe der gesunden Kühe war der Erstbesamungserfolg etwas höher als in der Gruppe der erkrankten Tiere, während die Konzeptionsrate dagegen in der Gruppe der erkrankten Tiere höher war. Für beide Indizes konnte jedoch kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen festgestellt werden. Der Anteil tragender Kühe in der Gruppe der gesunden Tiere war statistisch signifikant höher als in der Klasse der erkrankten Tiere. Die Cytobrush-Untersuchung ist eine effektive und praktikable Methode der Zellgewinnung aus dem Uterus klinisch unauffälliger Kühe und eignet sich zur Diagnostik subklinischer Endometritiden am 21.-27. Tag p.p. Ob eine Behandlung den fruchtbarkeitsreduzierenden Effekt einer subklinischen Endzündung mindert oder aufhebt, bedarf weiterer Untersuchungen.