Fachbereich Veterinärmedizin


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    Möglichkeiten und Probleme beim Vollzug tierschutzrechtlicher Bestimmungen (1998)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Kuhtz, Martina
    Quelle
    Berlin, 1998 — 150 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000078
    Kontakt
    Institut für Tierschutz und Tierverhalten

    Königsweg 67
    Gebäude 21, 1. OG
    14163 Berlin
    Tel.: +49 30 838 62901 (Sekretariat)
    email: tierschutz@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Angaben von deutschen Veterinärämtern zum Vollzug der Tierschutzgesetzgebung sollten
    ausgewertet werden, um herauszufinden, welche Hindernisse vorliegen, aber auch, unter welchen Umständen effektives Handeln möglich ist und welche Zusammenhänge mit unterschiedlichen Regelungen in den Ländern bzw. in den einzelnen Veterinärämtern bestehen.
    Schwerpunktmäßig wurde die personelle Situation und der Aufbau der Ämter analysiert. Zusätzlich wurden Verstöße gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen hinsichtlich betroffener
    Tiergruppen und erfolgter Maßnahmen erfaßt. Die Tierschutzreferenten der Ministerien von zehn Bundesländern erklärten sich bereit, die Untersuchungen zuzulassen.
    Es wurde ein Fragebogen erstellt, der an 347 Veterinärämter verschickt wurde.
    Von 155 Amtstierärzten wurden Antworten zurückgesandt, und in 25 Ämtern wurden die
    Amtstierärzte mündlich befragt, so daß 180 auswertbare Ergebnisse zur Verfügung standen.
    Im Durchschnitt waren die Veterinärämter mit drei Tierärzten besetzt, die rund 20% ihrer Arbeitszeit für Aufgaben aus dem Bereich Tierschutz benötigten. Offensichtlich ist die personelle Besetzung nicht immer ausreichend, da Kontrollen nach § 16 TierSchG in 8% der Ämter nicht durchgeführt wurden.
    In 53% der Ämter war den Amtstierärzten der Vollzug möglich. 126 Amtstierärzte, d.h. 70%
    hielten es für vorteilhaft, wenn sowohl Ermittlung, Entscheidung als auch Ahndung in der
    Hand des Amtstierarztes liegen; diese Situation ist also anzustreben.
    Die Amtstierärzte wurden um Angaben gebeten, welche Probleme beim Vollzug tierschutzrechtlicher Bestimmungen in ihrem Zuständigkeitsgebiet als vorrangig anzusehen waren. Am häufigsten, nämlich von 76 Amtstierärzten, d.h. 42%, wurden Umsetzungsschwierigkeiten des § 16a TierSchG genannt. Eine Änderung der Gesetzeslage wurde gewünscht, aber es erschien auch eine Klärung notwendig, von welcher Seite die anfallenden Kosten übernommen werden können, wenn der Tierhalter diese nicht tragen kann.
    Zirkusbetriebe, Zusammenarbeit mit den Tierschutzvereinen und Umgang mit gefährlichen
    Hunden waren drei Problembereiche, denen besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde.
    Es wurde deutlich, daß in den meisten Veterinärämtern bereits ein guter Kontakt zu den Tierschutzvereinen besteht, durch den die Arbeit im Bereich Tierschutz erleichtert werden kann. Von 159 Amtstierärzten wurden insgesamt 13.997 Verdachtsfälle angegeben, die sich überwiegend, nämlich zu 79% auf Heim- und Hobbytiere bezogen. In der Hauptsache betrafen
    diese Verstöße Bestimmungen zur Haltung von Tieren.
    Die durch die Studie erlangten Ergebnisse wurden mit den Tierschutzreferenten der zehn in
    die Untersuchung einbezogenen Bundesländer durchgesprochen und mögliche Verbesserungen
    diskutiert.

    Possibilities and problems with the execution of the Animal Protection Legislation
    Details, relating to the execution of the Animal Protection Legislation, of German Veterinary Offices were analyzed. Provisions in each of the Federal States were examined with the purpose of determining which were of benefit and which were a hindrance to Veterinary Officers carrying out their duties.
    The analysis concentrated on the staff situation and the structure of the Offices. Additionally, offences against the Animal Protection Legislation were evaluated with the regard to the concerned animal species and the measures taken against the offender.
    The Animal Welfare Officials of the Ministries of ten Federal States agreed to approve this
    study. A questionnaire was prepared which was sent to 347 Veterinary Offices. 155 Veterinary Officers answered, 25 others were interviewed, so in total 180 questionnaires could be evaluated. On average, three Veterinarians worked at one Veterinary Office. They spent around 20% of their work time for animal protection matters. Obviously some of the Veterinary Offices are understaffed, because 8% of the Veterinarians did not inspect animal keepings according to Art. 16 of the Animal Protection Law. In 53% of the Veterinary Offices the Veterinarians are also empowered to execute. It was considered that the restriction of working on a consultant basis only is prejudical and it was agreed by 126 Veterinary Officers, that means by 70%, that all Veterinary Offices should have executive power.
    The Veterinarians were asked which problems with the execution of the Animal Protection
    Law were most imortant within the catchment area of their Veterinary Office.
    Art. 16a of the Animal Protection Law was considered most often, that means by 76 Veterinary Officers (42%) to be difficult to realize. It was demanded to change the Law accordingly, but it also appeared necessary to clarify who would assume the costs incurred, if the owner of the animal was not able to pay.
    Three other problematic topics, which were payed special attention, were circusses, the cooperatio with animal welfare organizations and the handling of dangerous dogs. It became evident that most Veterinary Offices are already in good contact with the local animal welfare organizations, which reduces the animal welfare related case load of the Veterinary Officers.
    13,997 cases were stated by 159 Veterinary Officers, which refered mostly - that means in
    79% - to pets. The offences concerned mainly the keeping of the animals.
    The results gained by this study as well as possible improvements were discussed with the
    Animal Welfare Officials of the ten Federal States.