Fachbereich Veterinärmedizin


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    Neue Ansätze zur Behandlung von chronischen Endometritiden mit proteolytischen Enzymen (2006)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Kersting, Stefan
    Quelle
    Berlin: Mensch-und-Buch-Verl., 2006 — 85 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-206-5
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000002836
    Kontakt
    Tierklinik für Fortpflanzung

    Königsweg 65
    Haus 27
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62618 Fax.+49 30 838 62620
    email:fortpflanzungsklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    iel dieser Studie war es, die Effektivität der Behandlung chronischer Endometritiden beim Rind mit dem Enzympräparat Masti VeyxymÒ zu beurteilen. Die Feldstudie wurde in Brandenburg auf zwei kommerziellen Milcherzeugerbetrieben mit je etwa 750 Milchkühen durchgeführt. Bei allen Tieren wurde zwischen dem 21. und 27. Tag post partum eine erste gynäkologische Untersuchung, Puerperalkontrolle (PK 1) mittels Palpation des Uterus durchgeführt. Tiere in Betrieb A, die bei der rektalen Untersuchung keinen vaginalen Ausfluss als Anzeichen einer Endometritis aufwiesen, wurden zusätzlich vaginoskopisch untersucht. Bei pathologischem Ausfluss oder palpatorisch feststellbarem Uterusinhalt wurden die Kühe in die Studie aufgenommen und anhand ihrer Transpondernummer zufällig einer von drei Behandlungsgruppen zugeordnet. Tiere der Enzymgruppe erhielten intrauterin proteolytische Enzyme (Masti Veyxym®, 20 ml, Veyx-Pharma GmbH, Schwarzenborn, Deutschland) verabreicht. Tiere der PGF2α - Gruppe wurden intramuskulär mit 500 g Closprostenol (PGF Vexy® forte, Veyx-Pharma GmbH. Schwarzenborn, Deutschland) behandelt. Tieren der Trägersubstanzgruppe wurde die Matrix des Enzympräparates intrauterin verabreicht (20 ml, Veyx-Pharma GmbH, Schwarzenborn, Deutschland). Die Matrix enthielt keine Enzyme. Alle Tiere der Behandlungsgruppen wurden 14 Tage nach der PK 1 erneut rektal und vaginoskopisch untersucht (PK 2, 35. – 41. Tag pp.). Die Kühe wurden unabhängig vom Ergebnis der gynäkologischen Untersuchung entsprechend ihrer Gruppenzugehörigkeit ein zweites Mal behandelt. Insgesamt wurden 1422 Tiere untersucht, von denen 583 (41,0 %) eine chronische Endometritis aufwiesen. In die Auswertung gingen 566 Tiere ein. Hinsichtlich der klinischen Heilungsrate konnte in keinem der beiden Betriebe ein signifikanter Unterschied zwischen den drei Behandlungsgruppen festgestellt werden. In Betrieb A wurde in der PGF2α - Gruppe eine numerisch höhere Heilungsrate erzielt. Beim Vergleich der Fruchtbarkeitskennzahlen konnten in den Betrieben keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Behandlungsgruppen festgestellt werden. Es fielen die insgesamt deutlich besseren Ergebnisse für die Fruchtbarkeitsleistung in Betrieb B auf. Die Zugehörigkeit zu Betrieb B hatte einen signifikant positiven Effekt auf den Erstbesamungserfolg (OR = 2,26) und die Güstzeit (HR = 1,25) der Kühe. Für Altkühe wurde eine signifikant geringere Wahrscheinlichkeit tragend zu werden (OR = 0,57) festgestellt. Für Erstkalbinnen war die Wahrscheinlichkeit, früher besamt zu werden, signifikant höher als für Altkühe (HR = 0,83). Die Aussicht auf eine frühe erfolgreiche Besamung war für die Erstkalbinnen auch signifikant besser (HR = 0,69 Die Ergebnisse zeigen, dass andere Faktoren als die Behandlungsgruppe, wie das Alter der Kühe oder die Betriebszugehörigkeit einen entscheidenden Einfluss auf Heilungsraten und die Fruchtbarkeitsleistung hatten. Faktoren wie das Fruchtbarkeitsmanagement, Stallhygiene und Fütterung hatten in den Betrieben vermutlich einen großen Einfluss auf den Krankheitsverlauf und die Fruchtbarkeitsleistung der Tiere mit Endometritiden.