Fachbereich Veterinärmedizin


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    Das Leben und Wirken des Bremer Landestierarztes und Schlachthofdirektors Dr. Christian Elsässer ( 1871- 1954 ) unter besonderer Berücksichtigung der Bremer Medizinalordnung und des stadtbremischen Schlachthofes (2003)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Tietjen, Silke
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2003 — 228 Seiten
    ISBN: 3-89820-533-9
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001052
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    Institut für Tierschutz und Tierverhalten

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    Abstract / Zusammenfassung

    Diese Arbeit schildert Leben und Werk des Bremer Schlachthofdirektors Dr. med. vet.
    Christian ELSÄSSER.
    Der erste Teil umfaßt die ausführliche Biographie, während im zweiten Teil seine Leistungen
    auf dem Gebiet der Schlachthofwissenschaft, der Standespolitik sowie bei der Erforschung
    des lokalen Darmmilzbrandes bei Schweinen dargestellt werden.
    Christian ELSÄSSER wurde 1871 in Hemmingen geboren. Er studierte in Stuttgart Tiermedizin, war dann praktischer Tierarzt in Murrhardt, Assistenztierarzt am Schlachthof in Stuttgart, Assistent am Hygienischen Institut der Tierärztlichen Hochschule in Berlin, dann
    wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am königlichen Medizinalkollegium in Stuttgart und wurde
    1903 vom Senat in Bremen zum leitenden Tierarzt der dortigen Auslandsfleischbeschaustelle
    sowie 1905 nebenamtlich zum stellvertretenden I. Tierarzt am Schlachthof, 1909 zum Direktor des Schlacht- und Viehhofes ernannt.
    Unter ELSÄSSERS Leitung entstand der Umbau und die Erweiterung der Schweine- und
    Großviehschlachthalle, wobei besonders das von ihm entwickelte Einrichtungssystem der
    Schweineschlachthalle hervorzuheben ist.
    Die Ergebnisse der von ELSÄSSER und seinem Assistenten durchgeführten Untersuchungen
    zum Milzbrand der Schweine führten zu einer Änderung der Ausführungsbestimmungen des
    Fleischbeschaugesetzes. Auf Grund dieser Arbeiten promovierte Christian ELSÄSSER an der
    Tierärztlichen Hochschule in Berlin zum Dr. med. vet.
    Durch Übernahme auch der veterinärpolizeilichen Aufsicht im Schlacht- und Viehhof, der im
    Labor durchgeführten Lebensmittelüberwachung und seiner Funktion als Berater der Bremer
    Behörden schuf er einen unter seiner Leitung einheitlich zusammengefaßten Veterinärdienst.
    Der Erfolg seines Kampfes für die Selbständigkeit der tierärztlichen Arbeit zeigt sich in
    seiner Ernennung in die neu geschaffene Stelle eines Bremer Landestierarztes, wodurch er
    zum Leiter der Abteilung Veterinärwesen und Mitglied der Präsidialabteilung des
    Gesundheitsamtes wurde.
    Nach der Machtergreifung durch die NSDAP wurde Christian ELSÄSSER 1933 als Schlachthofdirektor und drei Monate später als Landestierarzt entlassen, übernahm aber 1939
    die Leitung des Posener Schlachthofes.
    Christian ELSÄSSER verstarb 1954 in Enzweihingen, wo er nach seiner Flucht aus Posen im
    Haus seines Neffen gewohnt hatte.