Fachbereich Veterinärmedizin


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    Stubenunreinheit als Verhaltensproblem bei Hauskatzen (2005)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Renesse, Constanze von
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2005 — XI, 164 Seiten
    ISBN: 3-89820-858-3
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001763
    Kontakt
    Institut für Tierschutz und Tierverhalten

    Königsweg 67
    Gebäude 21, 1. OG
    14163 Berlin
    Tel.: +49 30 838 62901 (Sekretariat)
    email: tierschutz@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Zur Untersuchung der Ausscheidungsproblematik von Katzen wurde ein Fragebogen erstellt, in Kleintierpraxen ausgelegt und ausgewertet. Von den 520 verteilten Fragebögen wurden 342 (65,8 %) ausgefüllt und konnten mit in die Auswertung einfließen. 30,1 % der Katzen der untersuchten Katzenhaltungen sind stubenunrein, wobei 57 % dieser Tiere nur Urinabsatz (keinen Kotabsatz) außerhalb der Katzentoilette zeigen. Es wird deutlich, dass eine Unterscheidung zwischen Markierungsverhalten und unerwünschtem Harnabsatz für die meisten Katzenbesitzer sehr schwierig ist. Folgende Zusammenhänge wurden statistisch gesichert erkannt: Katzen, die eine Haubentoilette zu ihrer Verfügung haben oder die mit anderen Heimtieren zusammenleben, neigen signifikant häufiger zur Stubenunreinheit als andere. Dagegen sind Tiere, die die Katzenkiste sofort nach der Reinigung aufsuchen, deren Toilette alle 1-2 Wochen komplett gereinigt wird oder deren Besitzer sich über zwei Stunden täglich mit ihnen beschäftigen, eher stubenrein als andere. Die Ansprüche an die Katzentoilette sind sehr hoch. Haubentoiletten statt Schalentoiletten, öfter wechselnde Streumarken und eine täglich komplette Reinigung der Toilette führen eher zur Stubenunreinheit. Im Gegensatz dazu sind Katzen, bei denen Kot und Urin täglich aus der Toilette entnommen werden, eine komplette Reinigung der Toilette alle zwei Wochen erfolgt, deren Toilette mit Haushaltsreiniger enthaltendem Wasser gereinigt werden (statt nur mit klarem Wasser) und deren Toilette mehr Streu enthält, mit größerer Wahrscheinlichkeit stubenrein. Auch die Besitzer können durch bestimmte Verhaltensweisen Einfluss auf die Stubenreinheit nehmen. Eine vermehrte Beschäftigung mit ihren Tieren und eine kürzere Zeit, in der die Katzen zu Hause allein sind, fördern die Stubenreinheit, auch das räumliche Trennen von Näpfen und Toilette und ein ruhiger Fütterungsort wirken sich positiv auf die Stubenreinheit aus. Betrachtet man verschiedene Katzenrassen, wird deutlich, dass Hauskatzen am häufigsten stubenunrein sind, gefolgt von Perser- und Siamkatzen. Ältere und ängstlichere Katzen allgemein sind eher stubenunrein als andere. Die stubenunreinen Katzen bevorzugen zu zwei Dritteln einen bestimmten Ort für die Ausscheidungen außerhalb der Katzentoilette, 68 % favorisieren weiche Unterlagen. Harnabsatz, der im Stehen bei horizontalem Urinstrahl erfolgt, bei dem die Tiere außerhalb der Toilette scharren oder wenn Katzen nach der Toilettenbenutzung panikartig flüchten, deutet ebenfalls auf eine Unreinheit hin. Die bisherigen Angaben entsprechen den Ergebnissen aus der Literatur. Bei folgenden Zusammenhängen wird diesen allerdings nicht entsprochen. Es konnten keine Zusammenhänge zwischen der Streuart in der Katzentoilette oder der Personenanzahl im Haushalt und einer vermehrten Stubenunreinheit festgestellt werden, auch die Möglichkeit, andere Tiere durch das Fenster zu beobachten oder Balkon- oder Gartenzugang stellen keine Stressauslöser für die Katze dar. Weiterhin ist es unabhängig von einer Stubenreinheit, ob sich die Tiere auf allen Möbeln und auch im Bett aufhalten dürfen. Die Stubenunreinheit an sich ist ein langfristiges Problem, das von den meisten Tieren nicht täglich gezeigt wird. Die Mehrheit der Katzenbesitzer fühlt sich durch die Unsauberkeit ihres Tieres nicht persönlich belastet und würde sich wieder eine Katze zulegen. In tierärztlichen Praxen ist eine gute und vollständige Aufklärung der Patientenbesitzer über die Ausscheidungsprobleme von Katzen von essentieller Bedeutung, um die Lebensqualität der Tiere hoch zu halten und schon im Vorfeld Problemen vorzubeugen.