Fachbereich Veterinärmedizin


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    Untersuchung zur Sachkunde über Hunde, Hundehaltung und Verhalten von in Deutschland lebenden Hundehaltern (2008)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Brengelmann, Nathaly
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl, 2008 — 122 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-400-7
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_4439
    Kontakt
    Institut für Tierschutz und Tierverhalten

    Königsweg 67
    Gebäude 21, 1. OG
    14163 Berlin
    +49 30 838 62901
    tierschutz@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Das Ziel dieser Arbeit lag darin, herauszufinden, wie hoch der Wissensstand von in Deutschland lebenden Hundehaltern in den verschiedenen Bereichen des Umgangs mit dem Hund ist, welche persönlichen und gesellschaftlichen Faktoren darauf Einfluss haben, und in welchen Bereichen und bei welchen Personenkreisen möglicherweise Defizite bestehen.
    Zu diesem Zweck wurde ein Multiple-Choice-Test erstellt, der acht Themenbereiche enthielt: „Mensch-Hund-Beziehung“, „Welpenkauf und Aufzucht“, „Lernverhalten und Erziehung“, „Hundeverhalten“, „Haltung“, „Hund und Öffentlichkeit“, „Hund und Recht“ und „Pflege, Gesundheit und Ernährung“. Jedes Gebiet wurde mit vier Fragen abgedeckt, sodass 32 Fragen zur Beantwortung standen. Von den vier zur Auswahl stehenden Antwortmöglichkeiten war immer nur eine richtig. Offene Fragen wurden nicht gestellt.
    Dieser Test wurde vom Februar 2004 bis April 2005 als reiner Online-Fragebogen zur Verfügung gestellt und von 534 Hundehaltern beantwortet. Ein Personenteil zur Erfragung persönlicher Daten zur Einteilung und zum Vergleich der Probanden war angehängt.
    Bei der Auswertung der Fragebögen wurden keine Noten vergeben, sondern bei jeder Personengruppe der Mittelwert richtig beantworteter Fragen in Prozent ermittelt.
    Auffällig war die hohe Teilnehmerzahl an Frauen und auch Angestellte und Arbeiter waren unter den Hundehaltern sehr häufig vertreten. Auch nahmen sehr viel mehr Halter aus den alten als aus den neuen Bundesländern teil. Der überwiegende Teil der Probanden dieser Befragung lebte in Partnerschaft, aber ohne Kind. Eine Vielzahl der Testpersonen hatte bereits Erfahrungen im Umgang mit Welpen, allerdings hatten nur die wenigsten bislang eine Sachkundeprüfung abgelegt. Informiert über den richtigen Umgang mit dem Hund hatten sich die meisten Teilnehmer. Halter von sogenannten „Listenhunden“, Hunde, die in den Verordnungen der Bundesländer zum Schutz vor gefährlichen Hunden als „gefährlich“ eingestuft werden, nahmen nur sehr wenig teil und der Großteil der Probanden lebte im Einhundehaushalt.
    Der höchste Wissensstand konnte für den Bereich „Hund und Öffentlichkeit“ festgestellt werden und auch auf dem Gebiet „Lernverhalten und Erziehung“ und „Welpenkauf und Aufzucht“ konnten durchschnittliche Mittelwerte richtig beantworteter Fragen von rund 76 % und 71 % ermittelt werden. Die größten Defizite bestanden in den Bereichen „Hund und Recht“, „Pflege, Gesundheit und Ernährung“ und „Haltung“, wobei hier die durchschnittlichen Mittelwerte richtig beantworteter Fragen zwischen 28 % und 41 % lagen. Im mittleren Prozentbereich mit 53 % lag der Bereich „Hundeverhalten“ und bei 67 % die „Mensch-Hund-Beziehung“.
    Auffallend wenig richtige Antworten wurden von den Teilnehmern ab 45 Jahren gegeben und auch die Probanden aus den neuen Bundesländern zeigten signifikant große Defizite. Interessant waren auch die guten Ergebnisse der Testpersonen, die eine Sachkundeprüfung abgelegt hatten.
    Zusammenfassend kann man sagen, dass in vielen Bereichen des Umgangs mit dem Hund und bei einigen Personenkreisen noch große Wissensdefizite bestehen. Über neue Möglichkeiten und Angebote für Hundehalter, die ihr Wissen erweitern möchten bzw. über die Einführung eines Hundeführerscheins als Pflichtvoraussetzung für die Haltung eines Hundes sollte nachgedacht werden, denn Sachkunde ist sicherlich einer der wichtigsten Faktoren zur Prävention von Übergriffen von Hunden auf Menschen.