Fachbereich Veterinärmedizin


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    Zur Dynamik des Radspeichenstrukturphänomens im Uterus von Stuten in der Rosse : Sonographische Untersuchungen (2007)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Scharrer, Felix
    Quelle
    Berlin: Mensch-und-Buch-Verl., 2007 — 112 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-276-8
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000003155
    Kontakt
    Tierklinik für Fortpflanzung

    Königsweg 65
    Haus 27
    14163 Berlin
    +49 30 838 62618
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    Abstract / Zusammenfassung

    Während der Rosse von Stuten ist im transrektal erhobenen, sonographischen Bild des Uterusquerschnitts das Phänomen der Radspeichenstruktur (RSS) zu sehen. Diese wird auch als endometriales Ödem bezeichnet. Es liegen Berichte vor, die einen Rückgang der RSS und deren Ausprägungsstärke kurz vor der Ovulation beschreiben. Das Ziel der Arbeit war es, den Verlauf der RSS-Ausprägung während der Rosse zur Ovulation hin zu beschreiben und das Phänomen weitergehend auf mögliche Einflussfaktoren, wie Jahreszeit, Zuchtstatus und Rasse zu überprüfen. Die Untersuchungen wurden an 39 klinisch gesunden Stuten der Rassen Traber, Holsteiner Warmblut und Schleswiger Kaltblut durchgeführt und fanden unter Praxisbedingungen statt. Es wurden zwei verschiedene Methoden zur Erfassung und Auswertung des Phänomens angewendet. Die Ausprägung der RSS wurde klinisch subjektiv in die Ausprägungsgrade von 0 III eingeteilt. Eine Objektivierung wurde durch Kontrastwertmessungen an sonographischen Standbildern an der Stelle der stärksten Ausprägung am Uterus vorgenommen. Eine Abnahme der Kontrastintensität der RSS vor der Ovulation konnte in den meisten Fällen bestätigt werden. Bei der Gesamtbetrachtung aller Stuten im Untersuchungsfeld konnte man einen Rückgang der RSS-Ausprägung und ein Abfallen der Kontrastwerte 1-2 Tage vor der Ovulation beobachten. Im „Frühjahr“ begann die RSS 2 Tage vor der Ovulation und im „Sommer“ 1 Tag vor der Ovulation abzunehmen. Bei Stuten mit Fohlen bei Fuß wurde die erste Rosse nach der Fohlenrosse untersucht. Diese zeigten im Verlauf der Rosse eine weniger deutlich ausgeprägte RSS-Dynamik als die güsten und die Maidenstuten. In beiden Gruppen war ein Abfallen der Ausprägung und der Kontrastwerte am Tag –2 vor der Ovulation zu erkennen. Die Kaltblutstuten reagierten erst am Tag der festgestellten Ovulation mit einem Abklingen der RSS. Bei den Trabern war tendenziell ein Abklingen am Tag –1 und bei den Warmblutstuten am Tag –2 vor der Ovulation zu beobachten. In allen Untersuchungsgruppen konnte in den meisten Fällen ein Abklingen der RSS-Ausprägung beobachtet werden. Jedoch scheint die RSS-Dynamik auch von Einflussfaktoren wie Jahreszeit, Zuchtstatus, und Rasse abzuhängen. Diese Beobachtungen sollten im Hinblick auf die praktische Umsetzung der Ergebnisse zur Bestimmung des optimalen Besamungs- oder Decktermins mit berücksichtigt werden. Nicht alle Stuten reagierten mit einem Abfallen der RSS. Ein Fortbestehen der Ausprägungsstärke oder gar eine Zunahme wird im Zusammenhang mit Entzündungsreaktionen und degenerativen Veränderungen des Endometriums diskutiert. Abschließend ist festzustellen, dass die Beobachtung der RSS im Zuge der Bestimmung des optimalen Besamungszeitpunktes einen ähnlich hohen Stellenwert einnehmen kann wie die Beurteilung hinsichtlich der Größe, Form und Konsistenz des dominanten Follikels. Da keines der Untersuchungskriterien für sich alleine absolut verlässliche Informationen zum genauen Ovulationszeitpunkt zu geben vermag, können jedoch alle diese Informationen zusammen mit den hier gewonnen Erkenntnissen zur Dynamik der RSS während der Rosse helfen, die Ovulation wesentlich genauer vorherzusagen, um somit die Besamungen pro Rosse zu minimieren und die Konzeptionschancen zu erhöhen.