Fachbereich Veterinärmedizin


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    Untersuchung zum Zusammenhang zwischen verkürztem Läufigkeitsintervall und dem Hypoluteinismus der Zuchthündin und zur Effektivität von Progesteronsubstitutionen (2010)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Stricker, F.
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl., 2010 — V, 92 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-876-0
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000021387
    Kontakt
    Tierklinik für Fortpflanzung

    Königsweg 65
    Haus 27
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62618 Fax.+49 30 838 62620
    email:fortpflanzungsklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Charakteristisch für die Lutealphase tragender sowie nicht tragender Hündinnen sind periphere Progesteronkonzentrationen von über 2 ng/ml. Bei der Gelbkörperinsuffizienz kommt es zu einem verfrühten Absinken der Progesteronkonzentration und einer daraus resultierenden verkürzten Gelbkörperphase, bzw. verkürzten Läufigkeitsintervallen von 4±1 Monaten. Während der Trächtigkeit führt ein frühzeitiges Abfallen der Progesteronkonzentration von unter 2 ng/ml für einen Zeitraum von über 48 Stunden höchstwahrscheinlich zu einer Resorption oder dem Abort der Früchte. Ein frühzeitiger Abfall der Progesteronkonzentration während der Gravidität kann jedoch auch eine physiologische Antwort auf fetales Leiden sein. Das Phänomen des primär ursächlichen Progesteronmangels ist der Hypoluteinismus.
    Ziel dieser Orientierungsstudie war es, reproduktionsanamnestische Daten von Hündinnen, die einen verkürzter Interöstrus und eine eingeschränkte Fertilität aufwiesen, zu dokumentieren und aktuelle P4-Profile während der Gelbkörperphase zu erstellen.
    Dazu wurden 40 tragende und nicht tragende Zuchthündinnen aus Privatbesitz in die Studie aufgenommen. Voraussetzungen dafür waren vorangegangene Läufigkeitsintervalle von ±4 Monaten und verminderte Erfolge in der Zucht. Diese anamnestischen Daten wurden dokumentiert. Zusätzlich wurden sechs Kontrollhündinnen mit vorangegangenen Läufigkeitsintervallen von ±6 Monaten aufgenommen. Vom Beginn des Östrus bis zum 58. Tag p.ov. wurden Serumproben in Intervallen von 5 bis 7 Tagen gewonnen und die jeweiligen P4-Konzentrationen bestimmt. Bei tragenden Hündinnen wurde ab Tag 21 p.ov. zeitgleich mit den Blutprobengewinnungen sonographische Untersuchungen durchgeführt, um die fetale bzw. embryonale Entwicklung zu beurteilen. Der Anteil der tragenden Tiere, die im Laufe der Trächtigkeit mit exogenem Progesteron substituiert werden musste, lag bei 54,8%. Die meisten Hündinnen wurden zwischen Tag 10 und 30 p.ov. substituiert (n=10). Zum physiologischen Geburtstermin warfen 70,6% der mit P4 substituierten Hündinnen. Im Vergleich dazu betrug der Anteil 78,6% bei den Hündinnen, die keiner Substitution unterzogen wurden. Somit war die Anzahl der Hündinnen, die einen Wurf zu verzeichnen hatten in den Gruppen 2 (tragend, nicht substituiert) und 3 (tragend, substituiert) annähernd gleich. Hinweise auf eine unzureichende Progesteronkonnzentration sowohl in der autonomen als auch in der Prolaktinabhängigen Lutealphase geben die signifikant niedrigeren P4-Werte der nicht tragenden Hündinnen mit verkürzten Läufigkeitsintervallen im Vergleich zu den nicht tragenden Tieren der Kontrollgruppe. Zwischen Tag 5 und 25 p.ov. wurden in der Gruppe 3 signifikant niedrigere P4-Werte nachgewiesen als in den Gruppen 0 Kontrollgruppe) und 2. In der Kontrollgruppe wurde keine Resorption beobachtet. Bei den tragenden Tieren, die mit exogenem P4 substituiert wurden, kam es bei 29,4% der Hündinnen zu einem kompletten asynchronen Verlust der Trächtigkeit bei einer mittleren P4-Konzentration von 4,5 ng/ml. Die mittlere Anzahl der Welpen lag bei 5,6 in der Kontrollgruppe und 5,8 bei den tragenden Tieren, die keiner P4-Substitution unterworfen wurden. Hündinnen, die mit exogenem Progesteron substituiert wurden wiesen eine mittlere Wurfgröße von 4,2 Welpen auf.
    Diese Ergebnisse bekräftigen die Vermutung, dass ein Zusammenhang zwischen verkürzten Läufigkeitsintervallen und niedrigen Progesteronkonzentrationen in der Lutealphase der Hündin besteht.