Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Untersuchungen zur Wirksamkeit biologischer Arzneimittel zur Endometritisprophylaxe beim Rind (2008)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Padberg, W.
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verl., 2008 — IV, 126 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-926-2
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000021852
    Kontakt
    Tierklinik für Fortpflanzung

    Königsweg 65
    Haus 27
    14163 Berlin
    +49 30 838 62618
    fortpflanzungsklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    In dieser Studie wurde die Wirksamkeit der homotoxikologischen Präparate Lachesis comp. ad us. vet.®, Carduus comp. ad us. vet.® und Traumeel® in zwei verschiedenen Behandlungskonzepten als Prophylaxe gegen Endometritiden untersucht. Die Studie wurde als kontrollierter, randomisierter und verblindeter Feldversuch auf einer konventionellen Milchviehanlage in Brandenburg durchgeführt. Insgesamt wurden 593 Tiere (404 Kühe, 189 Färsen) in die Studie aufgenommen. Die Tiere erhielten innerhalb von 24 Stunden nach der Abkalbung die erste von insgesamt vier Injektionen. Die weiteren drei Behandlungen erfolgten in wöchentlichem Abstand. Zum Zeitpunkt der vierten Injektion erfolgte die erste Untersuchung (PK 1, 21.- 27 Tag pp). Die Untersuchung umfasste die Adspektion, rektale Palpation und die ultrasonographische Darstellung des Uterus und der Ovarien. Zu diesem Zeitpunkt wurden auch Blutproben von 291 Tieren entnommen. Anhand des Progesterongehaltes im Serum wurde die Wiederaufnahme der Zyklusaktivität der Studientiere überprüft. Die Bestimmung der Konzentrationen von BHBA und NEFA diente der Kontrolle der Stoffwechselsituation pp.
    Konnte zur PK 1 eine Endometritis oder Azyklie diagnostiziert werden, wurden die Tiere in der darauffolgenden Woche nochmals untersucht (PK 2, 28.- 34.Tag pp) bzw. bei Bedarf nochmals zur PK 3 (35.- 41. Tag pp). Tiere mit schweren Geburtsverletzungen, Labmagenverlagerung, behandelter Gebärparese und Uterusverwachsungen schieden ebenso aus der Studie aus wie Tiere, die im Untersuchungszeitraum systemisch oder intrauterin mit Antibiotika oder Hormonen behandelt worden waren. Die bei den Untersuchungen diagnostizierten Erkrankungen wurden klassifiziert und dokumentiert.
    Die Auswertung der Ergebnisse erfolgte sowohl für alle Tiere gesamt, als auch getrennt für Kühe und Färsen. Es konnte zu keinem der Untersuchungszeitpunkte ein positiver Effekt der Behandlung bezüglich der Häufigkeiten und Schweregrade von Endometritiden beobachtet werden. Die Wiederaufnahme der Ovartätigkeit unterschied sich zwischen den einzelnen Gruppen nicht signifikant. Ebenso verhielt es sich mit der Verteilung der Werte von BHBA und NEFA. Zur Auswertung der Wirkung der Präparate auf die nachfolgende Fruchtbarkeit wurden Rastzeit, Güstzeit, Erstbesamungserfolg und Konzeptionsrate der Studientiere bestimmt. Auch hier lagen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen vor. Von allen Tieren, die bis 200 Tage nach der Abkalbung den Betrieb verlassen haben, wurden die Abgangsgründe analysiert. Bei der Gesamtanzahl der abgegangenen Tiere konnte kein Unterschied zwischen den Gruppen dokumentiert werden. Ebenso unterschieden sich die Häufigkeiten der Abgangsursachen nicht signifikant.
    Anhand der Ergebnisse dieser Studie kann keine Wirksamkeit der hier untersuchten Behandlungskonzepte auf Endometritiden nachgewiesen werden. In weiteren Studien sollte die Wirksamkeit von Kombinationen anderer Präparate sowie anderer Behandlungszeitpunkte untersucht werden.