Fachbereich Veterinärmedizin


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    Zur Charakterisierung sonographischer Befunde am Corpus haemorrhagicum und Corpus luteum der Stute (2008)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Teschner, D.
    Quelle
    Berlin: mbv, 2008 — 120 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-462-5
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000005794
    Kontakt
    Tierklinik für Fortpflanzung

    Königsweg 65
    Haus 27
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62618 Fax.+49 30 838 62620
    email:fortpflanzungsklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Der Gelbkörper der Stute entzieht sich aufgrund der anatomischen Verhältnisse der Hand des Untersuchers und ist bei der transrektalen Palpation nicht zu befunden. Lediglich das Corpus haemorrhagicum befindet sich zunächst in der Fossa ovarica, kann jedoch bedingt durch seine weiche Konsistenz mit einem präovulatorischen Follikel verwechselt werden.
    So wird in der praktischen Arbeit nicht selten ein dominanter aber nichtovulatorischer Follikel der ersten Anbildungswelle zur letztlich fruchtlosen Besamung genutzt, weil das Corpus luteum nicht diagnostiziert wurde. Die sonographische Untersuchung des Stutenovars verbessert die Diagnosesicherheit. Corpora lutea lassen sich über weite Strecken des Geschlechtszyklus der Stute sonographisch darstellen.
    In der vorliegenden Arbeit sollte geprüft werden, ob sich die Umbauprozesse im Gelbkörper sonographisch darstellen lassen und dem entsprechenden Zyklusstand zuzuordnen sind.
    Weiterhin sollte geprüft werden, ob eine Objektivierung sonographisch erhobener Befunde an Corpora lutea mittels einer Graustufenmessung möglich ist und sich hierdurch verwertbare Daten für eine verbesserte Zyklusdiagnostik gewinnen lassen.
    Für die Durchführung der Untersuchungen standen insgesamt 53 Stuten der Rassen Warmblut, Traber und Kaltblut zur Verfügung. Diese wurden ab der Ovulation im Abstand von fünf Tagen zur Untersuchung herangezogen. Konnte während der Untersuchungen am Zyklustag 15 und 20 eine Trächtigkeit festgestellt werden, erfolgte eine weitere Absicherung am Tag 35 nach der Ovulation. Blieben die Stuten güst, wurden sie mit Eintreten neuer Rosseerscheinungen wieder in das Untersuchungsschema einbezogen.
    Die sonographisch erhobenen Befunde wurden mittels eines digitalen Aufzeichnungsgerätes archiviert und zur subjektiven Beurteilung und objektiven Auswertung mittels Grauwertmessung auf einen PC übernommen.

    Die subjektive Beurteilung ergab folgende Ergebnisse:
    1.Das Auslaufen von Follikeln lässt sich ultrasonographisch gut darstellen und ermöglicht die Sicherung der Diagnose bei unsicherem palpatorischen Befund. Das frisch entstandene Corpus haemorrhagicum und Corpus luteum lässt sich sicher identifizieren, insbesondere wenn eine klare Dokumentation vorher erhobener Befunde stattgefunden hat.
    2.Je nach Zykluslänge und Jahreszeit lassen sich Anzeichen einer laufenden Luteolyse bei sonographischer Untersuchung festmachen. Sie bieten wertvolle Hilfestellungen bei der Abschätzung einer neu zu erwartenden Rosse.
    3.Das Erscheinungsbild von Corpora lutea ist sehr variabel. Es unterliegt während des Zyklus mitunter starken Schwankungen. Eine genauere Klärung des Zusammenhangs zwischen sonographischem Erscheinungsbild und funktionellen Eigenschaften bleibt weiteren Untersuchungen vorbehalten.

    Die objektive Auswertung mittels Grauwertmessung ergab folgende Ergebnisse:
    1.Eine Grauwertmessung am Corpus luteum ist bei sicherer Identifizierung des Gelbkörpers möglich.
    2.Die Grauwertmessung ermöglicht die Beobachtung der Grauwertentwicklung am equinen Corpus luteum. Für eine Stutenpopulation lassen sich Veränderungen der Grauwerte am Gelbkörper darstellen. Einzelwerte eines einzelnen Tieres lassen sich nicht einem bestimmten Zyklusstand oder Ereignis zuordnen.
    3.Drastische Abnahmen des Grauwertes im Vergleich zu vorher erhobenen Werten zum erwarteten Zeitpunkt der Luteolyse lassen auf eine Gelbkörperregression schließen. Diese decken sich oft mit sonographisch feststellbaren Veränderungen am Corpus luteum.
    4.Die gesonderte Untersuchung getrennt nach Rassen zeigt ähnliche Verläufe der Grauwertentwicklungen am Corpus luteum. Jedoch gibt es insbesondere bei Kaltblütern vereinzelt Unterschiede zu den anderen Rassen.