Fachbereich Veterinärmedizin


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    Die nichtinvasive Wehenmessung als Methode zur Überwachung physiologischer und pathologischer Geburtsvorgänge bei der Hündin und der Welpenvitalität (2008)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Schröder, M.
    Quelle
    Berlin: mbv, 2008 — 102 Seiten
    ISBN: 978-3-86664-497-7
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000006232
    Kontakt
    Tierklinik für Fortpflanzung

    Königsweg 65
    Haus 27
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62618 Fax.+49 30 838 62620
    email:fortpflanzungsklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    In einer Feldstudie wurde die Methode der nichtinvasiven Wehenmessung mit Hilfe eines Kardiotokografen (Fetal Monitor BFM-800, BIOSYS Co., Ltd., Korea) und eines transportablen Ultraschallgerätes (Modell CS 9100 OCULUS, PICKER INTERNATIONAL GmbH, Espelkamp) an 33 Hündinnen unterschiedlichen Alters und erprobt. In einer Voruntersuchung drei bis sechs Tage vor dem errechneten Geburtstermin wurden Basiswerte für den Uterustonus und die fetale Herzfrequenz ermittelt. Die Voruntersuchung sowie die Geburtsüberwachung fand bei den Züchtern zu Hause statt. Zusätzlich diente die Voruntersuchung der Gewöhnung der Hündinnen an die Messgeräte. Bei den Welpen wurde die Vitalität intra uterin und post natum ermittelt und beurteilt. Die geborenen Welpen wurden nach einem abgewandelten APGAR Untersuchungsschema aus der Humanneonatologie klinisch untersucht. Verendete Welpen wurden anatomisch-pathologisch auf ihre Todesursache hin untersucht (Institut für Tierpathologie; FU Berlin).
    Von den 41 untersuchten Geburten wurden 28 als physiologisch und 13 als gestört eingestuft. Bei 27 der überwachten Geburten war eine weitgehende Übereinstimmung zwischen äußerlich sichtbarer und mit Hilfe des Tokografen dokumentierter Bauchpressentätigkeit festzustellen. Bei gestörten Geburten konnte diese Übereinstimmung signifikant häufiger nicht dokumentiert werden (p < 0,05).
    Weiterhin war im Tokogramm bei gestörten Geburten (12,7 ± 1,4 Minuten) ein späterer Wirkungseintritt nach intramuskulär appliziertem Oxytocin zu beobachten als bei physiologischen Geburten (10,8 ± 0,8 Minuten).
    Es wurden insgesamt 277 Welpen geboren, von denen 35 (12,6%) intra uterin oder post natum verendeten. Bei 22 der 33 anatomisch-patologisch untersuchten Welpen wurden als Haupttodesursache Infektionen bzw. Septikämien gefunden. Bei 14 der 35 verendeten Welpen (40%) konnten Herzfrequenzen von unter 100 Schlägen pro Minute mit Hilfe des Fetaldopplers festgestellt werden, bei 21 Tieren (60%) waren keine Herzaktionen mehr nachweisbar, da diese Tiere bereits verendet waren.
    Es überlebten signifikant mehr Welpen die erste Lebenswoche, wenn direkt nach der Geburt APGAR Bewertungen von zwei Punkten und mehr vorlagen.
    Weitere Untersuchungen bei Hündinnen unterschiedlicher Rassen sollten durchgeführt werden, um die Reproduzierbarkeit der ermittelten Daten zu überprüfen. Weiterhin sollten neben physiologischen Geburten speziell gestörte Geburten untersucht werden, um mehr Daten über die praktische Anwendbarkeit des Verfahrens in der Geburtshilfe zu ermitteln.