Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Bakterielle Erkrankungen neonataler Welpen:
    mikrobiologisch-klinische Untersuchungsergebnisse (2004)

    Art
    Zeitschriftenartikel / wissenschaftlicher Beitrag
    Autoren
    Münnich, A.
    Zucker, B.-A.
    Lübke-Becker, A.
    Quelle
    Nova Acta Leopoldina NF; 89(334) — S. 163–176
    ISSN: 0369-5034
    Kontakt
    Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen

    Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
    Gebäude 35
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 83 8-518 40/518 43 Fax.+49 30 838 45 18 51
    email:mikrobiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Neben Sauerstoffmangelzuständen unter der Geburt stellen bakterielle Infektionen
    die zweithäufigste Erkrankungsursache bei Hundewelpen dar. Das bei ihnen isolierte
    Bakterienspektrum gleicht oft dem der Mutter. In sechs Zuchthundebeständen
    verschiedener Rassen wurden aus 17 Würfen Welpen mit Anzeichen bakterieller
    Erkrankungen sowie deren Mütter und ausgewählte Rudelmitglieder in die
    Untersuchungen einbezogen. Bei allen Hündinnen wurden bakteriologische
    Untersuchungen des Scheidensekretes, ausgewählter Milchkomplexe und der
    Mundhöhle vorgenommen. Bei Verdacht auf bakterielle Infektionen wurden bei
    den Welpen Kottupfer, Mundhöhlentupfer und im Gefolge einer Autopsie die
    parenchymatösen Organe sowie der Darm bakteriologisch untersucht. Neben einer
    aeroben Kultivierung erfolgte auch eine anaerobe Kultur der Proben. Zur
    epidemiologischen Betrachtung kamen molekularbiologische Methoden zum
    Einsatz. Mittels PCR-Fingerprinting wurde die von verschiedener Hündinnen
    und deren Welpen isolierte Staphylokokken-DNS (Wizard® Genomic DNA
    Purification Kit, Promega, Madison) verglichen. Von allen Escherichia-coli-Stämmen
    wurden Xba I-restringierte DNS-Fragmente elektrophoretisch aufgetrennt
    (Pulsfeldgelelektrophorese). Die rechnergestützte Analyse der
    Verwandschaftsverhältnisse anhand der DNS-Banden erfolgte mit dem
    Computerprogramm Gelcompar 4.l® (Applied Maths BVBA, Kortrijk, Belgien;
    Herolab, Wiesloch).
    Die bei denWelpen isolierten Keime betreffen hauptsächlich E. coli, Streptokokken
    (S. canis) und Staphylokokken (S. aureus s. intermedius). Andere Erreger traten
    sporadisch auf (Klebsiella sp., Pseudomonas aeruginosa, Proteus sp.). Parallel zu
    aeroben konnten ebenfalls anaerobe Keime isoliert werden. Übereinstimmungen der
    Staphylokokken-Isolate fanden sich im Oropharynx der Welpen und in der Milch
    sowie Vagina und Mundhöhle der Hündinnen. Bei den E. coli-Stämmen waren mehrere
    hei der Mutter und anderen Rudelmitgliedern isolierte Stämme (überwiegend aus
    Faeces) mit denen der erkrankten Welpen identisch. Da in einem Fall ein E. coli-
    Stamm von einem erkrankten Besitzer und zwei Tieren des Zwingers genetisch identische DNS enthielt, sollte in weiterführenden Untersuchungen auch die Frage des Reservoirs für den
    Menschen bearbeitet werden.