Fachbereich Veterinärmedizin


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    Dopingrelevanz inhalativ verabreichter Glukokortikoide (Budesonid) bei Sportpferden mit COB (2017)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Heinemann, Henrike (WE 17)
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verlag, 2017 — 103 Seiten
    ISBN: 978-3-86387-852-8
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000106396
    Kontakt
    Klinik für Pferde, allgemeine Chirurgie und Radiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62299 Fax.+49 30 838 62529
    email:pferdeklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Das Ziel dieser Studie war es, zu untersuchen, ob sich die Nachweisbarkeit von Budesonid in Blut- und Urinproben bei lungenkranken Pferden gegenüber einer gesunden Kontrollgruppe verändert und ob die Art der Inhalation (in Ruhe oder unter Belastung) Einfluss darauf nimmt.

    16 Pferde nahmen nach Einbeziehung von klinischer Untersuchung, Blutgasanalyse, Bronchoskopie, BAL Zytologie und Thorax Röntgen an der Studie teil. Davon waren 8 Pferde COB-erkrankt und 8 bildeten die gesunde Kontrollgruppe.

    Je 4 Pferde jeder Gruppe wurde 2mal täglich mit Budesonid (3 µ/kg KGW) über 10 Tage unter Belastung inhaliert, bei den anderen 4 erfolgte die Inhalation in Ruhe.

    Blut und Urinproben wurden ab der 4. Stunde bis zur 96. Stunde nach letzter Inhalation genommen und auf die Nachweisbarkeit von Budesonid und dessen Metaboliten Hydroxybudesonid und Hydroxyprednisolon hin untersucht.

    Bei allen lungenkranken Pferden zeigte sich eine signifikant höhere Wirkstoffkonzentration von Budesonid bei allen Messzeitpunkten im Vergleich zu den gesunden Pferden. In allen Proben der COB-erkrankten Pferde zeigte sich noch bis zur 96. Stunde Budesonidkonzentration über der Nachweisgrenze. Dagegen waren es in der gesunden Gruppe nur 25 % der Patienten. Einen Unterschied zeigte auch der Vergleich der Gruppen in Ruhe und unter Belastung. Pferde, die unter Belastung inhaliert wurden, zeigten im Allgemeinen einen verlangsamten Abbau von Budesonid; dieser war aber nicht bei allen Messzeitpunkten signifikant. Die Metaboliten konnten nur im Urin nachgewiesen werden. Hydroxybudesonid zeigte insgesamt eine Nachweiszeit von 63 Stunden, für Hydroxyprednisolon wurde insgesamt eine Nachweiszeit von 60 Stunden gemessen. Bei dem Wirkstoffabbau der Metaboliten konnten im Gruppenvergleich keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden.

    Die vorliegende Studie zeigt eine starke individuelle Variation im Wirkstoffabbau unter den verschiedenen Gruppen und empfiehlt, dass die festgesetzte Karenzzeit von der FN von 7 Tagen für Budesonid mit einem größeren Sicherheitsfaktor bei lungenkranken Pferden korrigiert werden sollte. Weiterführende Studien mit einem größeren Patientengut und einer zeitlich länger angesetzten Untersuchung des Nachweises von Budesonid wären zu empfehlen, um eine genau korrigierte Karenzzeit für individuelle Gesundheitszustände festsetzen zu können.