Fachbereich Veterinärmedizin


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    Leptospirose bei Katzen im Raum Berlin/Brandenburg– eine Antikörperprävalenzstudie (2017)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Rose, L.
    Mayer-Scholl, A.
    Luge, E.
    Merle, R.
    Nöckler, K.
    Kohn, B. (WE 20)
    Kongress
    25. Jahrestagung der FG "Innere Medizin und Klinische Labordiagnostik der DVG (Innlab)"
    Göttingen, 03. – 04.02.2017
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 45(1) — S. A6
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    +49 30 838 62356
    kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung: Die Leptospirose ist eine durch pathogene Leptospiren verursachte zoonotische Infektionserkrankung. Die epidemiologische Bedeutung der Katze als potenzielle Infektionsquelle für empfängliche Wirte ist nicht bekannt und es gibt nur wenige Daten zur Serokonversion in Deutschland mit Prävalenzen von 17,9% bzw. 20%. Ziel der Studie ist, die Antikörperprävalenz sowie die Risikofaktoren einer Infektion mit Leptospiren bei Katzen aus dem Raum Berlin/Brandenburg zu untersuchen. Material und Methoden: Seren von 110 randomisiert ausgewählten Katzen (68 Freigänger- und 42 Wohnungskatzen), die von Juli 2012 bis Juli 2015 in der Kleintierklinik der FU Berlin vorgestellt wurden, wurden mittels Mikroagglutinationstest (Cut off 1 : 100) auf 17 Serovare getestet. Ergebnisse: Insgesamt konnten bei 17 Katzen (14,6%) Antikörper nachgewiesen werden. Die häufigsten Serovare bei 16 der Freigängerkatzen waren Pomona (1 : 3200; 2x 1 : 1600; 3x 1 : 800; 2x 1 : 400; 2x 1 : 200; 2x 1 : 100), Javanica (1 : 800; 1 : 200; 2x 1 : 100) und Grippotyphosa (2x 1 : 400; 1 : 100). Lediglich eine Wohnungskatze wies einen Antikörpertiter von 1 : 100 gegen Pomona auf. Diese Katze kohabitierte mit Freigängerkatzen. Bei einer der Freigängerkatzen (Titer gegen Pomona [1 : 200]/Autumnalis [1 : 100]) wurde eine klinische Leptospirose vermutet. Die Katze wurde aufgrund von Lethargie, Anorexie, Vomitus und Fieber vorgestellt. Abnormale Laborbefunde waren Leukozytose, Anämie, Thrombozytopenie, Azotämie, Hyperphosphatämie, Hyperkaliämie und Hyperbilirubinämie. Schlussfolgerung: Antikörpertiter sind erwartungsgemäß häufiger bei Freigänger- als bei Wohnungskatzen nachzuweisen (23,9%). Pomona war das am häufigsten vorkommende Serovar und wurde auch bei Wildschweinen und Hunden in Berlin gefunden. Inwieweit Katzen chronisch infiziert sein können und zur Verbreitung des Erregers in der Umwelt beitragen, bedarf weiterer Untersuchungen. Bei Katzen mit ungeklärten Nieren- und/oder Leberproblemen sollte Leptospirose differenzialdiagnostisch berücksichtigt werden.