Fachbereich Veterinärmedizin


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    Vorkommen okularer Befunde bei traumatisierten Greif- und Eulenvögeln (2017)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Schunke, Christine (WE 20)
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verlag, 2017 — IV, 104 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000105516
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62356 Fax: +49 30 - 838 460 157
    email: kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Das Ziel dieser Studie war es, die Prävalenz, die Art, die Kausalität und die Prognose der okularen und periokularen Läsionen von freilebenden Greifvögeln und Eulen zu ermitteln. Zusätzlich sollte der Zusammenhang zwischen chorioretinitischen Narben und einem Toxoplasma-Antikörpertiter bei Eulen untersucht werden.

    Insgesamt wurden 544 Greifvögel und Eulen, die zwischen Januar 2007 und Dezember 2012 in der Klinik für kleine Haustiere der Freien Universität Berlin vorgestellt wurden, in die Studie einbezogen. Die Krankengeschichten dieser Vögel wurden prospektiv und retrospektiv untersucht. Alle Tiere erhielten eine vollständige ophthalmologische Untersuchung. Wenn es für die Klärung des Falls nötig war, wurde zusätzlich ein ERG (n = 2) erstellt, eine okularer Ultraschall (n = 2) oder eine pathologische Untersuchung (n = 25) vorgenommen. Bei 33 Eulen, von denen 22 Vögel chorioretinitische Narben ein- oder beidseitig besaßen, wurde der Toxoplasma-Antikörpertiter mittels IFAT bestimmt.

    Von den untersuchten Tieren hatten 177/544 (32,5%) okulare und periokulare Läsionen. Bei (48%) der Greifvögel und Eulen mit Veränderungen traten diese bilateral auf. Bei Greifvögeln und Eulen traten nach einem Trauma häufig okulare Verletzungen (27,4%) auf. Die häufigsten Verletzungen beider Gruppen waren Blutungen in den Glaskörper und in die vordere Augenkammer, oberflächliche Hornhautulzera, Katarakte, anteriore und posteriore Uveitis, posteriore Synechien und Retinaablösungen.

    Die Wechselbeziehung zwischen der Seite der Augenverletzung und der Seite der Flügel- oder Ständerfraktur ist sehr wahrscheinlich zufallsbedingt. Der Unterschied beider Seiten war nach dem Chi-Quadrat-Test nach Pearson nicht signifikant.

    Zwischen dem Verlauf der Augenerkrankung und dem Verlauf der Allgemeinerkrankung war kein statistisch signifikanter Zusammenhang nachweisbar.

    Augenverletzungen waren bei einem Drittel der freilebenden Greifvögel und Eulen vorhanden. Daher sollte eine Augenuntersuchung ein fester Bestandteil der klinischen Allgemeinuntersuchung sein.

    Der Toxoplasma-Antikörpertiter war bei allen untersuchten Tieren negativ.

    Narben im Augenhintergrund von Eulen scheinen nicht im Zusammenhang mit einer Toxoplasmose Infektion aufzutreten.