Fachbereich Veterinärmedizin


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    Gewebedopplerparameter bei Pferden mit einer linksseitigen Herzklappeninsuffizienz unter ACE-Hemmer Therapie (2017)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Rapp, Maike (WE 17)
    Quelle
    — xii, 106 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000105515
    Kontakt
    Klinik für Pferde, allgemeine Chirurgie und Radiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62299 Fax.+49 30 838 62529
    email:pferdeklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Es gibt bisher nur wenige Studien über den Einsatz von ACE-Hemmern bei Pferden mit Herzerkrankungen, dennoch wird ihr Einsatz vielfach empfohlen. Ziel dieser Arbeit war es, die Wirksamkeit des ACE-Hemmers Enalapril bei Pferden mit einer linksseitigen Herzklappeninsuffizienz zu untersuchen. Im Rahmen dieser Studie wurde eine klinische Allgemeinuntersuchung, eine spezielle Herz-Kreislauf-Untersuchung sowie eine konventionelle Echokardiographie und Gewebedopplerechokardiographie mit PW-Gewebedoppler, Farbgewebedoppler und Speckle Tracking durchgeführt. Außerdem wurde die ACE-Plasmaaktivität bestimmt.

    Das Probandengut umfasste 29 Pferde mit einer Aorten- und/oder Mitralklappeninsuffizienz. Alle Tiere erhielten über einen Zeitraum von drei Monaten einmal täglich Enalapril (Enalatab®, CP-Pharma) oral in der Dosierung 0,5 mg/kg Körpergewicht. Alle Pferde wurden unmittelbar vor Beginn der Therapie und im Anschluss an die dreimonatige Therapie untersucht. Die Probanden wurden in zwei Gruppen unterteilt, wobei Gruppe 1 zusätzlich drei Monate vor Start der Medikation untersucht wurde, um eine Tendenz des individuellen Verlaufes der Herzerkrankung zu ermitteln.

    Zu allen Untersuchungszeitpunkten erfolgte neben der klinischen Untersuchung eine Echokardiographie. Die konventionelle Echokardiographie umfasste Dimensionsmessungen von der linken und rechten Thoraxseite, die Berechnung der Verkürzungsfraktion (FS) aus dem M-Mode sowie die Beurteilung des Schweregrades der Herzklappeninsuffizienz mittels Farbdoppler und Messung der Rückflussgeschwindigkeit. Die Gewebedoppler-echokardiographie wurde in der rechten kaudalen kurzen Achse knapp unterhalb der Herzklappenebene der Mitralklappe durchgeführt. Es wurde die Myokardgeschwindigkeit im Interventrikularseptum und der linken freien Wand mittels PW- und Farbgewebedoppler gemessen. Die Verformungsparameter Strain und Strain Rate wurden per Speckle Tracking Methode analysiert. Zudem erfolgten photometrische Messungen der ACE-Plasmakonzentration.

    Alle Pferde der hier vorgestellten Arbeit vertrugen das Medikament in der angegebenen Dosierung sehr gut. Drei Besitzer berichteten über eine subjektive Verbesserung des Allgemeinbefindens.

    In der konventionellen Echokardiographie konnte bei Pferden mit einer Aortenklappeninsuffizienz in Verbindung mit einer Dilatation eine signifikante Verringerung des Durchmessers der Aorta festgestellt werden. Der Durchmesser der Aorta war vor Beginn der Therapie um Δ = 0,39 cm größer (p= 0,047). Pferde mit Mitralklappeninsuffizienz wiesen eine statistisch signifikante Vergrößerung des Innendurchmessers des linken Vorhofes auf.

    Zudem wurde unter der Therapie ein statistisch signifikanter Anstieg der ACE-Plasma-Aktivität verzeichnet. Dies widersprach den Erwartungen, dass Enalapril die ACE-Konzentration senkt. Allerdings wurde in dieser Studie nur das zirkulierende ACE gemessen und nicht das gewebsgebundene.

    Im PW-Gewebedoppler konnten keine Veränderungen gezeigt werden. Im Farbgewebedoppler wurde dagegen eine statistisch signifikante Verringerung der frühdiastolischen Spitzengeschwindigkeit im Interventrikularseptum gezeigt. In Gruppe 1 waren die Messwerte vor Beginn der Therapie um Δ = 0,03 cm/s (p = 0,023) höher, als nach der dreimonatigen Therapie mit dem ACE-Hemmer. Im Gegensatz dazu war in den drei Monaten ohne Medikation kein signifikanter Unterschied nachweisbar. Dies lässt die Vermutung zu, dass Enalapril trotz Anstieg der ACE-Plasmaaktivität bei Pferden mit einer linksseitigen Herzklappeninsuffizienz einen positiven Einfluss auf die Relaxation des Myokards hat. In Gruppe 2 konnte die Reduzierung der frühdiastolischen Geschwindigkeit im Interventrikularseptum nicht bestätigt werden.

    Es wurden ebenfalls statistisch signifikante Veränderungen im Speckle Tracking nachgewiesen. Jedoch sind diese Ergebnisse aufgrund der hohen Varianz dieser Messungen wenig aussagekräftig.

    Diese Studie zeigt einen Effekt des ACE-Hemmers Enalapril bei Pferden mit einer linksseitigen Herzklappeninsuffizienz auf das Myokard und das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System. Jedoch weisen nicht alle Ergebnisse auf eine positive Wirkung hin. Daher sind weitere Studien wünschenswert.