Fachbereich Veterinärmedizin


Service-Navigation

    Publikationsdatenbank

    Larvenmehl von Hermetia illucens als Proteinträger im Futter für Hunde (2017)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Heide, Carolin (WE 4)
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verlag, 2017 — XII, 116 Seiten
    ISBN: 978-3-86387-835-1
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000105445
    Kontakt
    Institut für Tierernährung

    Königin-Luise-Str. 49
    Gebäude 8
    14195 Berlin
    +49 30 838 52256
    tierernaehrung@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Larvenmehl von Hermetia illucens könnte als Alternative zu konventionellen Proteinquellen in der Ernährung von Hunden eingesetzt werden.

    Ziel dieser Studie war es, den Einsatz der Proteinquelle Hermetia illucens Larvenmehl auf verdauungsphysiologische und immunologische Effekte bei Hunden zu untersuchen. Daher wurde das Versuchsfutter mit einem Kontrollfutter mit Lammmehl als Hauptkomponente verglichen. In einem Cross-Over-Versuchsdesign wurden 12 Beagles mit dem Kontroll- und Versuchsfutter gefüttert. Nach einer Anpassungszeit von 4 Wochen wurden in der 5. Woche Blut- und Kotproben genommen.

    Anhand der Blutproben wurden immunologische Untersuchungen, wie die Phänotypisierung der mononukleären Zellen und der mitogen- bzw. futtermittelantigeninduzierte Lymphozytenproliferationstest durchgeführt. Mittels Analyse der Kotproben und der Futtermittel wurden die scheinbare Gesamtverdaulichkeit der Rohnährstoffe und der Mengen- bzw. Spurenelemente ermittelt. Weitere Untersuchungen, wie die Bestimmung der bakteriellen Metabolite und der Chitinaseaktivität, wurden mit Hilfe der Kotproben durchgeführt. Zudem wurde der Chitingehalt in beiden Futtermitteln und im Kot analysiert.

    Weder immunologisch noch hämatologisch ließen sich Unterschiede zwischen beiden Fütterungsgruppen nachweisen. Es zeigte sich eine geringgradig niedrigere scheinbare Verdaulichkeit des Rohproteins bei Gabe des Futters mit Larvenmehl. Generell wiesen die scheinbaren Verdaulichkeiten der Rohnährstoffe tendenziell ähnliche Werte zwischen beiden Fütterungsgruppen auf. Bei der Untersuchung der Konzentrationen mikrobieller Metaboliten in den Kotproben fielen höhere Konzentrationen an kurzkettigen Fettsäuren und an Ammonium im Kot der Hunde nach Aufnahme des Kontrollfutters auf. Im Versuchsfutter wurde erwartungsgemäß mehr Chitin als im Kontrollfutter nachgewiesen. Die Chitinaseaktivität in den Fäzes wurde dadurch nicht beeinflusst.

    Im Rahmen dieser Studie konnten im Fütterungsversuch keine negativen Effekte durch das Versuchsfutter mit Hermetia illucens Larvenmehl bei Hunden ermittelt werden, sodass im untersuchten Dosierungsrahmen von einer guten Verträglichkeit auszugehen ist. Diese Befunde bestätigen, dass der Einsatz von Hermetia illucens Larvenmehl in der Fütterung von Hunden möglich ist