Fachbereich Veterinärmedizin


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    Effekte des DPP-4 Inhibitors Linagliptin auf das Herz im Vergleich zum und in Verbindung mit dem Angiotensin-Rezeptorblocker Telmisartan (2017)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Leiner, Lisa (WE 14)
    Quelle
    Berlin, 2017 — 124 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000104738
    Kontakt
    Institut für Pharmakologie und Toxikologie

    Koserstr. 20
    14195 Berlin
    +49 30 838 53221
    pharmakologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Die urämische Kardiomyopathie geht mit einer hohen Mortaliät bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz einher. Eine konventionelle Hämodialyse stellt die häufigste Therapie dar, um systolische Funktionen und ventrikuläre Auswurfleistung bei Patienten zu verbessern. Auch durch gezielte Blutdruckreduktion durch ACE-Hemmer oder AT-II-Rezeptor-Blocker werden Herz und Niere entlastet. Auch dem DPP-4- Inhibitor Linagliptin wird in einigen Studien eine kardioprotektive Wirkung zugeschrieben sowie eine positive Wirkung auf die urämisch bedingte Hypertension.

    Im hier gewählten Modell der urämischen Kardiomyopathie durch 5/6-Nephrektomie wurde untersucht, wie sich Linagliptin im Vergleich zum Angiotensin-Rezeptorblocker Telmisartan auf Blutdruck und Herzmorphologie auswirkt und ob eine Kombination beider Wirkstoffe möglicherweise von Vorteil ist.

    Die angewandten Methoden umfassten die Aufnahme physiologischer Daten wie Blutdruck, Körpergewicht und Herzgewicht sowie eine histologisch-morphologische Auswertung von Herzschnitten mit verschiedenen Färbemethoden. Ergänzend wurde das DotBlot-Verfahren angewandt, um Fibrosemarker im Herzen zu identifizieren.

    In der Auswertung der Ergebnisse zeigt Linagliptin insgesamt nur schwache Einflüsse auf Blutdruck und Morphologie des Herzens. Eine signifikante Reduktion des Blutdrucks kann nicht nachgewiesen werden, allerdings eine geringgradig dämpfende Wirkung auf den urämisch bedingt erhöhten Blutdruck. Dieser steigt im Versuchsverlauf nur minimal und im Gegensatz zur Placebogruppe nicht signifikant. Die Gruppen mit Telmisartanbeteiligung weisen eine signifikante Reduktion des Blutdrucks auf, was die bereits bekannte Wirkungsweise von Telmisartan als Angiotensin-Rezeptorblocker und damit als Blutdrucksenker bestätigt.

    Beim Vergleich der Herzgewichte lässt sich ein signifikant höheres Gewicht bei den Gruppen ohne Telmisartanbeteiligung (Linagliptin, Placebo) feststellen. Die untersuchten Herzschnitte zeigten jedoch keine signifikanten morphologisch-histologischen Veränderungen. Auch im DotBlot-Verfahren wurden bei der Untersuchung diverser Fibrosemarker keine signifikanten Unterschiede festgestellt.

    Insgesamt zeigt Linagliptin im Vergleich zu Telmisartan signifikant geringere Einflüsse auf Blutdruck und Herzgewicht. Diese Ergebnisse können anhand von Literaturvergleichen bestätigt werden. Eine direkte kardioprotektive Wirkung von Linagliptin kann nicht nachgewiesen werden.