Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Bleiintoxikation bei freilebenden Seeadler (Haliaeetus albicilla) (2017)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Halter, L. (WE 20)
    Müller, K. (WE 20)
    Kongress
    25. Jahrestagung der FG "Innere Medizin und Klinische Labordiagnostik der DVG (Innlab)"
    Göttingen, 03. – 04.02.2017
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 45(2) — S. A12
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62356 Fax: +49 30 - 838 460 157
    email: kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung: Bleiintoxikationen sind nach wie vor ein großes Problem bei freilebenden Seeadlern. Ziel dieser Studie war, Daten von freilebenden Seeadlern mit Bleivergiftung, die in der Klinik für kleine Haustiere der Freien Universität Berlin vorgestellt wurden, auszuwerten.
    Material und Methoden: Einbezogen wurden Daten von 211 freilebenden Seeadlern. Als Bleivergiftung galt ein Blutbleiwert von > 0,4 ppm. Daten der klinischen Untersuchung, der Hämatologie, der Blutchemie, der Blutbleianalyse aus Heparinvollblut, der bildgebenden Untersuchung und des Erkrankungsverlaufs wurden ausgewertet. Ergebnisse: Eine Bleiintoxikation wurde bei 90 der 211 Seeadler (43%) diagnostiziert. Der mediane Blutbleiwert lag bei 2,4 ppm (0,4–21,6). 43 Seeadler (47%) wiesen hämolytisches Blutplasma und 38 Tiere (42%) eine Biliverdinurie auf. Der mediane Hämatokrit betrug 34,4%. 38 Tiere (42%) starben an den Folgen der Bleiintoxikation, 32 (36%) Seeadler mussten aufgrund anderer Befunde (z. B. inoperable Frakturen)
    euthanasiert werden. 20 Tiere (22%) konnten nach erfolgreicher Therapie mit Chelatbildnern wieder ausgewildert werden.
    Schlussfolgerung: Die Bleiintoxikation ist ein bedeutender Mortalitätsfaktor bei freilebenden Seeadlern und prognostisch ungünstig.