Fachbereich Veterinärmedizin


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    Einsatz hypertoner Infusionslösungen im Rahmen der perioperativen Medikation von Kühen mit linksseitiger Verlagerung des Labmagens (2016)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Große, Reinhard (WE 18)
    Quelle
    Berlin, 2016 — XVI, 133 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000103797
    Kontakt
    Klinik für Klauentiere

    Königsweg 65
    Gebäude 26
    14163 Berlin
    +49 30 838 62261
    klauentierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Ziel war es, Auswirkungen auf die Entwicklung des Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalts einer präoperativen Sturzinfusion mit hypertoner Kochsalzlösung mit einer präoperativ beginnenden Dauertropfinfusion mit isotoner Kochsalzlösung bei Kühen mit linksseitiger Labmagenverlagerung (LMVL) zu vergleichen und den Einfluss auf die klinische Rekonvaleszenz zu untersuchen. Weiterhin sollten Erkenntnisse über die Praktikabilität beider Methoden für die ambulante Praxis erlangt werden.

    Der Versuch wurde als randomisierte kontrollierte klinische Studie an 60 Kühen mit LMVL durchgeführt. Davon wurden 30 der Versuchsgruppe (hypertone Kochsalzlösung) und 30 Kühe der Kontrollgruppe (isotone Kochsalzlösung) zugeteilt. Der Versuchsgruppe wurde über eine Nasenschlundsonde 8,8 Liter Wasser in den Pansen eingegeben. Danach wurden 1,2 Liter einer 7,5-prozentigen hypertonen Kochsalzlösung im Schuss innerhalb von ca. zehn Minuten infundiert. Die Operation begann, nachdem die hypertone Lösung infundiert wurde. Die Kontrollgruppe wurde mit zehn Litern einer 0,9-prozentigen isotonen Kochsalzlösung als Dauertropf bei maximaler Tropfgeschwindigkeit infundiert. Die Operation begann dann ca. zehn Minuten nach Infusionsbeginn. Die Verlaufsuntersuchung startete mit Beginn der Infusionstherapie. In der ersten Stunde wurden die Untersuchungen in 15-Minuten-Abständen durchgeführt. Dabei wurde jeweils Blut entnommen und die Herzfrequenz bestimmt. Weitere Untersuchungen, d. h. weitere Blutprobenentnahmen und die klinische Untersuchung, folgten dann 3, 24, 48 und 72 Stunden nach Infusionsbeginn. Zu den Hauptzielkriterien zählten Hämatokrit, Serumgesamteiweißkonzentration, Herzfrequenz, Blut-pH-Wert, Base Excess und Plasmavolumenänderung. Nebenzielkriterien waren weitere Laborparameter (Natriumionen-, Kaliumionen-, Kalziumionen-, Chloridionen-, Magnesium-, Phosphat-, Harnstoff- und Bikarbonatkonzentration sowie Dichte und pH-Wert des Harns) und klinische Parameter (innere Körpertemperatur, Atemfrequenz, Lage der Bulbi, Hauttemperatur der Akren und Hautturgor am Augenlid) sowie Milchmenge.

    Es zeigte sich, dass die perioperative Infusionstherapie mit hypertoner Kochsalzlösung eine alternative Methode zur unterstützenden perioperativen isotonen Dauertropfinfusion ist, um den Hydratationsgrad und damit die gesamte Kreislaufsituation bei Kühen mit LMVL rasch und effektiv zu verbessern. Veränderungen des Elektrolyt- und Säure Basen-Haushalts konnten wirksam und schnell behandelt werden. Die Sturzinfusion von 1,2 Litern einer 7,5-prozentigen Natriumchloridlösung wurde gut vertragen und Nebenwirkungen konnten keine beobachtet werden. Eine solche Kurzinfusion ist durch den geringen Zeit- und Arbeitsaufwand, der für die Durchführung und Überwachung der Infusion notwendig ist, in der ambulanten Außenpraxis praktikabler durchzuführen als eine deutlich zeitintensivere Dauertropfinfusion mit großen Mengen an isotoner Kochsalzlösung.