Fachbereich Veterinärmedizin


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    Anatomische und histologische Untersuchungen des Verdauungstrakts des Grünflossenbuntbarsches Amatitlania nigrofasciata (2017)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Hopperdietzel, Carsten (WE 1)
    Quelle
    Berlin, 2017 — VI, 65 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000104009
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Anatomie

    Koserstr. 20
    14195 Berlin
    Tel.+49 30 838 53555 Fax.+49 30 838-53480
    email:anatomie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Der Grünflossenbuntbarsch, Amatitlania nigrofasciata, ist eine in Aquarien sehr häufig gehaltene Buntbarschart. Darüber hinaus wird er durch sein ausgeprägtes Revier- und Brutverhalten als Modelltier, insbesondere im Bereich der piscinen Verhaltensforschung, eingesetzt. Da bislang nur wenige anatomische sowie keine histologischen Daten zur Morphologie des Verdauungstrakts bei dieser Fischart vorliegen, ist eine Diagnose pathologischer Veränderungen oftmals schwer möglich. Daher war es das Ziel dieser Arbeit, den Verdauungstrakt von A. nigrofasciata unter anatomischen sowie histologisch-morphometrischen Aspekten zu untersuchen und zu charakterisieren sowie vergleichend mit Literaturstudien an anderen Fischarten Parameter für eine Einteilung der einzelnen Segmente des Verdauungstrakts zu definieren. In der ersten Studie wurden insgesamt 39 adulte Fische untersucht. Für eine makroskopische Dokumentation der in situ-Verhältnisse der Leibeshöhle wurden 7 Tiere präpariert. Bei der makroskopischen Untersuchung konnte der Verdauungstrakt in Ösophagus, Magen und 5 verschiedene Darmsegmente untergliedert werden. Die Untergliederung der Darmsegmente erfolgte anhand der Schleifung des Darmes. Für die Lichtmikroskopie wurden Proben von 27 Tieren in Paraffin eingebettet und mittels verschiedener histologischer Färbungen aufgearbeitet. Anschließend wurden die einzelnen Segmente morphometrisch untersucht. Hierbei wurden Epithelhöhe, Oberfläche der Schleimhaut, Schichtdicke der Tunica muscularis und Durchmesser gemessen. Ergänzend erfolgte eine semi-quantitative Analyse der intestinalen Becherzellen. Für die rasterelektronenmikroskopische Analyse des Verdauungstrakts wurden die einzelnen Segmente bei 5 Tieren untersucht. Die Ergebnisse der einzelnen Verfahren konnten vereinzelt Geschmacksknospen im Ösophagus nachweisen und deuteten darauf hin, dass der Darm von A. nigrofasciata eine einheitliche Struktur zeigt, wobei die Oberflächenmodifikation in Form der Schleimhautfalten eine Unterteilung in einen kürzeren vorderen sowie längeren hinteren Abschnitt ermöglicht.

    Für die zweite Studie wurden 14 adulte Tiere untersucht. Es wurde der Schwerpunkt auf den quantitativen Nachweis intestinaler eosinophiler Granularzellen (EGCs) sowie einen möglichen Einfluss der Fütterung auf diese Zellen gelegt. Diese Zellen sind ein wichtiger Teil des piscinen Immunsystems. Die Fische wurden mit zwei unterschiedlichen Regimes gefüttert. Die Analyse der EGC Morphologie sowie deren intestinale Dichte erfolgte lichtmikroskopisch anhand von Semidünnschnitten. Die Resultate dieser zweiten Studie zeigten, unabhängig vom Fütterungsregime, ein spezifisches Verteilungsmuster der EGCs in den Därmen der untersuchten Tiere. Während in den mittleren Segmenten eine signifikant höhere Dichte von EGCs nachweisbar war, zeigte sich in dem ersten sowie dem letzten Segment eine geringere Dichte dieser Zellen. Dieses ermöglicht die Einteilung des Darmes in drei verschiedene Abschnitte.

    Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich der Darm von A. nigrofasciata bei makroskopischer Beurteilung in 5 Segmente unterteilen lässt. Unter anatomisch-morphologischen Gesichtspunkten lassen sich die einzelnen Segmente jedoch wenig differenzieren. Im Hinblick auf die Verteilung von intestinalen EGCs, ist eine Unterteilung in drei verschiedene Abschnitte möglich.