Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Komplizierte und unkomplizierte Harnwegsinfektionen bei Hunden (2016)

    Art
    Poster
    Autoren
    Rueter, M.-T. (WE 20)
    Lübke-Becker, A. (WE 7)
    Walther, B (WE 7)
    Kohn, B (WE 20)
    Kongress
    24. Jahrestagung der Fachgruppe "Innere Medizin und Klinische Labordiagnostik der DVG (InnLab)“
    Berlin, 29. – 30.01.2016
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 44(2) — S. A 24–A 25
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen

    Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
    Gebäude 35
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 83 8-518 40/518 43 Fax.+49 30 838 45 18 51
    email:mikrobiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung: Etwa 14% aller Hunde erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Harnwegsinfektion. Zur weiteren Differenzierung kann eine Unterteilung in komplizierte und unkomplizierte Infektionen erfolgen. Bei komplizierten Harnwegserkrankungen liegen begünstigende Faktoren wie immunsuppressive Therapie, Hormonstörungen, funktionelle oder anatomische Anomalien, Niereninsuffizienz, vorangegangene Katheterisierung vor oder es treten Rezidive (> 3 pro Jahr) auf. Im Rahmen dieser retrospektiven Studie wurden positive mikrobiologische Befunde von Harnproben der Jahre 2012–2013 ausgewertet. Ziel war die Ermittlung der Häufigkeiten und Ursachen von komplizierten bzw. unkomplizierten Harnwegsinfektionen sowie die Erfassung des mit diesen Infektionen assoziierten Erregerspektrums.
    Material und Methoden: Fälle mit einem positiven mikrobiologischen Harnbefund d. h. „Nachweis von klinisch relevanten Infektionserregern in für den individuellen Fall relevanter Menge“ gingen in die Auswertung ein (nur mittels Katheter oder Zystozentese entnommene Proben wurden berücksichtigt). Anhand von Klinik, Labordiagnostik und Bildgebung erfolgte eine retrospektive Unterteilung in komplizierte und unkomplizierte Fälle.
    Ergebnisse: Von 105 eingeschlossenen Fällen wurden 3 (2,9%) als unkompliziert und 102 (97,1%) als kompliziert eingestuft. Die häufigsten prädisponierenden Faktoren waren: neurologische Erkrankungen (18%), immunsuppressive Therapie (18%), Verlegung der harnabführenden Wege (15,2%), Endokrinopathien (8,5%), Prostataerkrankungen (8,5%) sowie akute/chronische Niereninsuffizienz (8,5%). In 9 (15,2%) Fällen lagen rezidivierende Zystitiden vor. Die drei Hunde mit unkomplizierter Infektion litten an einer Monoinfektion (E. coli, koagulasepositive bzw. koagulasenegative Staphylokokken). Mischinfektionen waren nur bei komplizierten Infektionen vorhanden (12,7%, zwei Erreger, 1,9%, drei Erreger). Nachgewiesen wurden E. coli (54,9%), koagulasepositive Staphylokokken (19%), Enterococcus spp. (9,8%), weitere Enterobacteriaceae spp. (8,8%), Streptococcus spp. (8,8%), Pseudomonas spp. (4,9%), Pasteurella spp. (1,9%) sowie Acinetobacter baumannii (0,9%). Schlussfolgerungen: In der Mehrzahl der Fälle handelte es sich um komplizierte Harnwegsinfektionen. Diese traten häufig im Zusammenhang mit einer immunsuppressiven Therapie, neurologischen Erkrankungen und Harnwegsobstruktionen auf. Das Erregerspektrum deckte sich mit Angaben aus der Literatur.