Fachbereich Veterinärmedizin


Service-Navigation

    Publikationsdatenbank

    Tungiasis - eine vernachlässigte tropische Zoonose mit vielen Facetten (2017)

    Art
    Zeitschriftenartikel / wissenschaftlicher Beitrag
    Autoren
    Krücken, Jürgen (WE 13)
    Mutebi, Francis
    von Samson-Himmelstjerna, Georg (WE 13)
    Feldmeier, Hermann
    Quelle
    Nova Acta Leopoldina NF; 411 — S. 57–80
    ISSN: 0369-5034
    Kontakt
    Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin

    Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
    Gebäude 35, 22, 23
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62310 Fax.+49 30 838 62323
    email:parasitologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Die Tungiasis ist eine infektiöse Hauterkrankung, die von weiblichen Sandflöhen hervorgerufen wird. Die Flohweibchen bohren sich in die Haut ihrer Wirte ein, insbesondere an den Füßen. Im Gegensatz zu anderen Tungidae verfügt Tunga penetrans über ein großes Verbreitungsgebiet und ein breites Wirtsspektrum. Neben dem Menschen werden vor allem Schweine und Hunde aber auch Katzen sowie viele Wildsäugetiere befallen. Die Tungiasis gehört zu den vernachlässigten Tropenkrankheiten, und unser Wissen über die Biologie, Epidemiologie und die Möglichkeiten zur Bekämpfung weist erhebliche Lücken auf. In die Haut penetrierte Flöhe haben nach einigen Tagen etwa Erbsengröße erreicht und damit ihr Volumen um den Faktor 2000-3000 vergrößert. Die klinische Pathologie ist durch eine starke Entzündungsreaktion geprägt, die durch Sekundärinfektionen weiter verstärkt wird. Unbehandelt führt die Tungiasis zu einer Einschränkung der Mobilität und hat erhebliche soziale und ökonomische Auswirkungen. Die epidemiologische Bedeutung der T. penetrans-Infektionen bei Tieren für die Infektion bei Menschen sowie deren Auswirkungen auf die Tiergesundheit und die Produktivität sind bisher nur wenig untersucht. Da Tungiasis typischerweise die ärmsten Bevölkerungsgruppen betrifft, ist sie ein wichtiges Hindernis für die ökonomische Entwicklung ressourcenarmer Gebiete in Afrika und Südamerika. Die Entwicklung von One-Health basierten Bekämpfungsstrategien ist ein wichtiger Punkt zukünftiger Forschung über die Tungiasis.