Fachbereich Veterinärmedizin


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    Echokardiographische Untersuchungen zu trainingsbedingten Einflüssen auf die myokardialen Geschwindigkeiten und Verformungen bei Trabrennpferden (2016)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Schlaga, Sandra Amelie (WE 17)
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verlag, 2016 — VII, 169 Seiten
    ISBN: 978-3-86387-762-0
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000103609
    Kontakt
    Klinik für Pferde, allgemeine Chirurgie und Radiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    +49 30 838 62299
    pferdeklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde ermittelt, ob und in welchem Maße die myokardialen Geschwindigkeiten und Verformungen beim Pferd durch Training beeinflusst werden. Dazu wurden 45 herzgesunde Trabrennpferde aus zwei verschiedenen Trabrennställen gemäß ihres Alters und Trainingszustandes in unterschiedliche Gruppen eingeteilt und echokardiographisch untersucht. Eine Gruppe von 12 einjährigen Pferde (Altersgruppe 1) wurde über ein knappes Jahr im Training verfolgt, die erste Untersuchung erfolgte an den noch rohen, untrainierten Tieren, zum Zeitpunkt der letzten Untersuchung waren die Pferde volltrainiert und nahmen bereits an ersten Rennen teil. Diese Gruppe wurde zusätzlich mit einer Gruppe drei- und vierjähriger, volltrainierter Traber (Altersgruppe 3 und 4) verglichen, um herauszufinden, ob eventuell langfristiges Training erforderlich ist, um Veränderungen der gemessenen Werte hervorzurufen. Des Weiteren wurde, um den eventuellen Effekt des Abtrainierens zu erfassen, noch eine Gruppe zweijähriger Pferde im volltrainierten Zustand und nach einer dreimonatigen Traingspause untersucht.

    Die myokardialen Geschwindigkeiten wurden mit Hilfe des Farb- und des Spektralgewebedopplers in der linken freien Wand, dem Interventrikularseptum und der rechten Wand in radialer Bewegungsrichtung aus der rechten kurzen Achse erfasst. Die Verformungsparameter Strain und Strain Rate wurden mit der Methode des Speckle Trackings in der linken Wand und dem Interventrikularseptum aus dem zweidimensionalen Graubild ermittelt.

    Bei der standardechokardiographischen Untersuchung zeigte sich im Verlauf der Messungen der Altersgruppe 1 und im Vergleich dieser mit den Pferden der Altersgruppen 3 und 4 eine signifikante Zunahme der linksventrikulären Masse, des linksventrikulären Innendurchmessers und der Dicke der linken freien Wand, wobei sich die relative Wanddicke nicht veränderte. Die Pferde entwickelten also eine exzentrische Hypertrophie, wie man sie typischerweise bei Ausdauersportlern und trainierten Rennpferden vorfindet. Mit zunehmendem Alter erhöhte sich auch die Inzidenz an physiologischen Regurgitationen, vor allem an der Trikuspidalklappe. Dies ist ein häufig gesehenes Phänomen bei Rennpferden und wirkt sich nicht negativ auf die Leistungsfähigkeit der Tiere aus.

    Die radialen, systolischen Myokardgeschwindigkeiten der linken freien Wand erhöhten sich im Laufe des ersten Trainingsjahres bei den Pferden der Altersgruppe 1 hoch signifikant. Diese Entwicklung konnte sowohl mit dem Farb- als auch mit dem Spektralgewebedoppler aufgezeigt werden. Eine weitere Erhöhung bei den Pferden der Altersgruppen 3 und 4 fand nicht statt. Neben der Zunahme der systolischen Geschwindigkeit traten bei der Altersgruppe 1 auch eine leichte Zunahme der frühdiastolischen Geschwindigkeit im linken Ventrikel (im cTVI) und im Interventrikularseptum (cTVI und PW-Doppler) sowie eine schwach signifikante Zunahme der systolischen Geschwindigkeit im IVS (cTVI) auf.

    Bei der Verformungsanalyse mittels Speckle Tracking kam es zu deutlich höheren intraindividuellen Varianzen als bei den Werten der Gewebedopplerechokardiographie, was für eine bessere Eignung des Gewebedopplers für den klinischen Einsatz spricht. Es stellten sich schwach signifikante Erhöhungen der radialen systolischen und frühdiastolischen Strain Rate im IVS sowie der spätdiastolischen Strain Rate der LFW innerhalb der Altersgruppe 1 dar. Diese Veränderungen nahmen allerdings bei dem Vergleich der Werte zu denen der Altersgruppen 3 und 4 auch wieder gleichermaßen ab. Interessanterweise lagen jedoch die Werte der Strain in der linken Wand bei den trainierten Pferden oberhalb der in anderen Studien ermittelten Normwerte für Pferde, was auf eine erhöhte Kontraktilität des linken Ventrikels bei Sportpferden hindeuten könnte.

    Bei der Gruppe der abtrainierten Pferde zeigten sich keine Veränderungen. Da die Pferde täglichen Weidegang hatten, reichte diese Bewegung eventuell aus, um in dem untersuchten Zeitraum dem fehlenden Trainingsstimulus entgegen zu wirken.

    Die Ergebnisse der Studie weisen insgesamt auf einen positiven Einfluss des Trainings auf die systolische myokardiale Funktion der linken freien Wand beim Trabrennpferd hin.