Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Risikowahrnehmung und Kommunikation im Bereich Antibiotikaresistenzen bei Tierärzten und Landwirten (2016)

    Art
    Poster
    Autoren
    Vincze, S. (WE 13)
    Lübke-Becker, A. (WE 13)
    Lahrmann, K.-H. (WE 18)
    Schneider, S.
    Salm, F.
    Hanke, R.
    Gastmeier, P.
    Wieler, L. H.
    Kongress
    13. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin
    Würzburg, 15. – 18.06.2016
    Quelle
    KIT 2016 : 13. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin ; 15. - 18. Juni 2016 Congress Centrum Würzburg ; Tagungsprogramm — Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI) (Hrsg.)
    Würzburg, 2016 — S. P-127
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.kit2016.de/PDF/KIT2016_TP_Final_web.pdf
    Kontakt
    Klinik für Klauentiere

    Königsweg 65
    Gebäude 26
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62261 Fax.+49 30 838 62512
    email:klauentierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Der Einsatz von Antibiotika in der Human-­‐ und Tiermedizin führt zur Selektion resistenter Bakterien und trägt zu ihrer Verbreitung bei. Das Projekt RAI (Rationaler Antibiotikaeinsatz durch Information und Kommunikation) verfolgt deshalb im Sinne des One Health Konzepts das Ziel, in beiden Bereichen einen gezielten Antibiotikaeinsatz durch Informations-­‐ und Kommunikationsstrategien zu unterstützen. Um zielgruppenspezifische Besonderheiten berücksichtigen zu können, wurde vorab die Risikowahrnehmung in Bezug auf Antibiotika und Resistenzen untersucht.
    Im Bereich Veterinärmedizin wurden in einer Fragebogenerhebung deutschlandweit 60 Tierärzte mit Schwerpunkt Schweinehaltung und 216 Schweinehalter befragt. Ein grundlegendes Verständnis für die Zusammenhänge bewiesen 75% der Landwirte indem sie die einleitende Frage, wer oder was gegen ein
    Antibiotikum resistent werden könne, korrekt (Bakterien) beantworteten. 82% der Tierärzte und 60% der Landwirte hielten Antibiotikaresistenzen für ein relevantes Thema bei ihrer täglichen Arbeit. Dass ihr eigenes Antibiotikaverordnungs-­‐ bzw. Anwendungsverhalten Einfluss auf die Resistenzsituation ihrer Region hat, glaubten 47% der Tierärzte und 63% der Landwirte. Das Risiko, multiresistente Erreger durch den Zukauf von Tieren in den Betrieb
    einzuschleppen, hielten 78% der Tierärzte und 49% der Landwirte für relevant. 70% der Tierärzte gaben darüber hinaus an, dass sie das Thema Resistenzen oft mit dem Landwirt besprechen. Als häufigster Grund für den Verzicht einer Aufklärung der Landwirte wurde die Komplexität des Themas (45%) aufgeführt. 45% der Landwirte wünschen sich jedoch von Ihrem Tierarzt ausführlichere Informationen. Bei Lebensmittel-­‐liefernden Tieren werden oral anwendbare Fertigarzneimittel eingesetzt. Die Medikation über das Futter und Trinkwasser ist insbesondere zur Behandlung von Gruppen erkrankter Tiere effektiv, birgt aber im Falle der Antibiotikaverabreichung ein erhöhtes Gefahrenpotential hinsichtlich der Resistenzbildung. Ein kritischer Punkt ist u.a. der direkte Kontakt mit dem Antibiotikum beim Anmischen. Hier sehen aber 52% der Tierärzte und 45% der Landwirte keine Gefahr. Insgesamt zeigt die Studie, dass sich beide Berufsgruppen der Problematik der Resistenzentwicklung durch den Einsatz von Antibiotika bewusst sind. Darüber hinaus wird deutlich, dass Kommunikationsstrategien und zusätzliche Informationen durchaus erwünscht sind und somit zu einer Optimierung der Antibiotikaanwendung beitragen könnten.