Fachbereich Veterinärmedizin


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    Wirksamkeit von Prednisolon und Prednisolon in Kombination mit Ciclosporin bei Hunden mit primärer immunhämolytischer Anämie (2003–2011) (2016)

    Art
    Poster
    Autoren
    Thielemann, D.
    Weingart, Christiane (WE 20)
    Kohn, Barbara (WE 20)
    Kongress
    24. Jahrestagung der Fachgruppe "Innere Medizin und Klinische Labordiagnostik der DVG (InnLab)“
    Berlin, 29. – 30.01.2016
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 44(2) — S. A 26–A 27
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    +49 30 838 62356
    kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung: Die primäre immunhämolytische Anämie (pIHA) ist eine häufig vorkommende Autoimmunerkrankung, bei der Autoantikörper und/oder Komplementfaktoren an unveränderte Erythrozyten(Ec)-Membranen binden und zur vorzeitigen Erythrolyse führen. Hauptziel der Therapie ist die Kontrolle der Immundysregulation, wobei neben Glukokortikoiden häufig zusätzliche Immunsuppressiva wie Ciclosporin A (CsA) eingesetzt werden. Ziel dieser retrospektiven Studie war zu untersuchen, ob bei der Behandlung von Hunden mit pIHA oder Evans’ Syndrom (pIHA und immunbedingte Thrombozytopenie) eine kombinierte Therapie mit Prednisolon (P) und CsA effektiver ist als eine Monotherapie mit P.
    Material und Methoden: Es wurden retrospektiv die Krankengeschichten (Signalement, klinische und Laborbefunde, Verlauf, Letalitätsrate [Tag 30 und 365]) von 135 Hunden mit pIHA/Evans’ Syndrom ausgewertet, die in der Kleintierklinik der FU-Berlin behandelt wurden (2003 2011). Hunde der Gruppe P erhielten Prednisolon (0,5–1 mg/kg 2x/d, Median [M] 1), Hunde der Gruppe PC zusätzlich CsA (P: 0,4–1,3 mg/kg 2x/d, M 1; CsA 3,6–12,5 mg/kg verteilt auf 1–2x/d, M 5). Ausgeschlossen wurden Hunde mit einem Beobachtungs-zeitraum < 1 Jahr, Hunde, die aufgrund anderer Erkrankungen starben/euthanasiert wurden, die Medikation erstmals nach Tag 14 oder weitere Zytostatika erhielten.
    Ergebnisse: 40 Hunde gingen in die Gruppe P (37 pIHA, 3 Evans’ S.) und 50 in Gruppe PC (41 pIHA, 9 Evans’ S.) ein. Hinsichtlich Signalement und Befunden der initialen Blutuntersuchung bestanden bis auf die Retikulozytenzahlen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Anämie war initial bei 78% der Hunde in Gruppe P und 63% der Hunde in Gruppe PC regenerativ (p = 0,13). Der Hämatokrit (Hkt) stieg bei 34 von 59 Hunden (58%) mit schwerer Anämie (Hkt 0,20 l/l) bis in den Referenzbereich an (Gruppe P: 10/24 Hunde, 42%, nach 16–144 d, M 92; Gruppe PC: 24/35 Hunde, 69%, nach 12–234 d, M 55) (p = 0,040). Gastrointestinale Störungen waren in den ersten 90 Tagen signifikant häufiger in Gruppe PC (92%) als in Gruppe P (58%) (p < 0,001). Ein Rezidiv entwickelten fünf Hunde der Gruppe P zwischen Tag 57 und 886 (M 586) sowie sieben Hunde der Gruppe PC zwischen Tag 40 und 1175 (M 154). Die Letalitätsrate bis Tag 30 betrug in Gruppe P 35% (14/40) und in Gruppe PC 26% (13/50) (p = 0,36). Die 1-Jahres-Letalität war in Gruppe P 38% (15/40, Tod nach 1–60 d, M 5) und in Gruppe PC 34% (17/50, Tod nach 1–155 d, M 7) (p = 0,73).
    Schlussfolgerung: Die zusätzliche Behandlung mit CsA zu P führte zu vergleichbaren Ergebnissen wie die Monotherapie mit P. Gastrointestinale Symptome waren in der PC-Gruppe häufiger.