Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Absolute Erythrozytose bei sieben Katzen (2016)

    Art
    Poster
    Autoren
    Merten, Nina (WE 20)
    Weingart, Christiane (WE 20)
    Kohn, Barbara (WE 20)
    Kongress
    24. Jahrestagung der Fachgruppe "Innere Medizin und Klinische Labordiagnostik der DVG (InnLab)“
    Berlin, 29. – 30.01.2016
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 44(2) — S. A 26
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62356 Fax: +49 30 - 838 460 157
    email: kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung: Die primäre Erythrozytose (PE) ist eine bei der Katze selten beschriebene myeloproliferative Erkrankung. Sie zeichnet sich im Gegensatz zur sekundären Erythrozytose (SE) durch das Fehlen einer Hypoxie-auslösenden Erkrankung und eines Erythropoetin(Epo)-bildenden Tumors aus. Ziel dieser Arbeit war die retrospektive Fallbeschreibung von fünf Katzen mit PE sowie zwei Katzen mit SE. Material und Methoden: Sieben Katzen mit absoluter Erythrozytose wurden zwischen 2001 und 2015 an der Klinik für kleine Haustiere der FU Berlin vorgestellt. Zur Klärung der Erkrankungsursache dienten klinische, labordiagnostische und bildgebende Verfahren. Ergebnisse: Es handelte es sich um sechs Europäisch-Kurzhaar-Katzen und eine Sibirische Waldkatze im Alter von 2–9 Jahren. Vier Katzen waren männlich-kastriert und drei weiblich-kastriert. Vorstellungsgrund waren Anfälle (n = 5), Husten/Dyspnoe (n = 1) bzw. akutes Erbrechen (n = 1). Drei Katzen waren hypotherm (Rektaltemperatur 35,6–37,8 °C). Weiterhin wurden rote Maulschleimhäute und vermehrt gefüllte Episkleralgefäße (n = 2), Tachypnoe und Hypersalivation (n = 1), Dyspnoe (n = 1) sowie Faszikulationen (n = 2) festgestellt. Der Hämatokrit lag zwischen 0,50 und 0,78 l/l (Median 0,68 l/l). Die Epo-Konzentration der Katzen mit PE betrug initial < 0,1, 3,0, 8,6 bzw. 39 U/l (Referenzbereich 0–6 U/l). Eine Kontrolle der beiden letztgenannten Werte erfolgte nach 9 bzw. 10 Tagen (3,8 bzw. < 0,1 U/l). Die Katze mit renalem Adenokarzinom (Aka) hatte eine Epo-Konzentration von < 0,1 U/l. Die initiale Therapie umfasste Infusionen (n = 7), Phlebotomie (n = 6) und Phenobarbital oder Diazepam (n = 4). Alle Katzen mit PE wurden mit Hydroxyurea (10–36 mg/kg) und wenn nötig weiteren Phlebotomien behandelt. Zwei Katzen (PE) wurden 16 Wochen bzw. 4,5 Jahre nach Erstvorstellung wegen therapieresistenter Anfälle bzw. Methämoglobinämie euthanasiert. Bei zwei Katzen (PE) ließ sich der Verlauf nicht verfolgen. Die fünfte Katze ist nach 10 Monaten noch unter Therapie. Die Katze mit Aka der Lunge verstarb einen Tag nach der Operation. Die Katze mit renalem Aka wurde operiert und 1 Woche später entlassen. Schlussfolgerungen: Die PE ist eine seltene hämatologische Erkrankung bei der Katze. Häufiger Vorstellungsgrund sind neurologische Symptome. Eine erhöhte Epo-Konzentration kann Folge einer ausgeprägten Hyperviskosität und Hypoxämie sein und schließt eine PE nicht aus. Eine erfolgreiche Therapie ist über mehrere Jahre möglich. Beim Vorliegen einer SE
    hängt die Prognose von der zugrundeliegenden Erkrankung ab.