Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Vorkommen von Anaplasma phagocytophilum bei Blut spenderhunden im Raum Berlin/Brandenburg (2006–2012) (2016)

    Art
    Poster
    Autoren
    Chirek, A (WE 20)
    Silaghi, C
    Pfister, K
    Kohn, B (WE 20)
    Kongress
    24. Jahrestagung der Fachgruppe "Innere Medizin und Klinische Labordiagnostik der DVG (InnLab)“
    Berlin, 29. – 30.01.2016
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 44(2) — S. A 23–A 24
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62356 Fax: +49 30 - 838 460 157
    email: kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung: Anaplasma phagocytophilum, der Erreger der kaninen granulozytären Anaplasmose, ist ein obligat intrazelluläres Bakterium, das von Zecken der Gattung Ixodes übertragen wird. Im Raum Berlin/Brandenburg beträgt die Seroprävalenz für A. phagocytophilum bei kranken und gesunden Hunden über 40%. Da eine Übertragung des Erregers über Bluttransfusionen möglich ist, werden seit 2006 die Blutspender der Kleintierklinik (FU Berlin) mittels PCR auf A.-phagocytophilum-DNA getestet. Ziel der Studie war, die Ergebnisse aller PCR-Untersuchungen auf A. phagocytophilum von Hunden, die zwischen 2006 und 2012 zum Blutspenden vorgestellt wurden, sowie deren klinische und labordiagnostische Daten retrospektiv auszuwerten.
    Material und Methoden: Im Untersuchungszeitraum wurden 917 EDTA-Blutproben von 517 verschiedenen Blutspendern mittels Real-Time-PCR auf A. phagocytophilum getestet. Befunde der klinischen und Laboruntersuchungen der PCR-positiven Blutspender wurden ausgewertet. Die statistische Auswertung erfolgte mit SPSS 17.0. Ergebnisse: Insgesamt 21 der 917 untersuchten Proben waren positiv. Die meisten positiven Ergebnisse verteilten sich auf die Monate Mai bis Juli. Keiner der Hunde war mehrmals positiv. An klinischen Befunden war lediglich bei drei Hunden eine geringgradig erhöhte Rektaltemperatur auffällig. Die Laborwertveränderungen umfassten Thrombozytopenie (3/21), Leukozytose (2/21), Leukopenie (2/21), Anämie (1/21) und Hyperproteinämie (6/18). Schlussfolgerungen: Aufgrund einer hohen Seroprävalenz von A. phagocytophilum und der klinisch häufig inapparent verlaufenden Infektion sollte jeder Blutspender in endemischen Gebieten auf Erreger-DNA hin untersucht werden. In dieser Studie waren 2,3% aller Blutproben positiv für A.-phagocytophilum-DNA. Positive Ergebnisse können ganzjährig vorkommen. Die klinischen und Laborwertabweichungen bei den A.-phagocytophilum-positiven Blutspendern waren nur geringgradig.