Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Giardia duodenalis bei Haustieren und ihren Besitzern - eine epidemiologische Pilotstudie (2016)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Rehbein, S (WE 20)
    Klotz, C
    Müller, E
    Aebischer, A
    Kohn, B (WE 20)
    Kongress
    24. Jahrestagung der Fachgruppe "Innere Medizin und Klinische Labordiagnostik der DVG (InnLab)“
    Berlin, 29. – 30.01.2016
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 44(1) — S. A 11–A 12
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    +49 30 838 62356
    kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung: Kotkontaminierte Nahrungsmittel und Wasser sind in den industrialisierten Ländern Europas als epidemiologische Risikofaktoren einer Giardien-Infektion bekannt. Ob Haustiere eine Ansteckungsquelle für den Menschen darstellen, wird jedoch kontrovers diskutiert. Grund der Diskussion ist, dass humanpathogene Genotypen (sog. Assemblagen) A und B bei Haustieren nachgewiesen werden konnten. In Deutschland beträgt die Prävalenzrate einer Giardien-Infektion beim Hund bis zu 29%. Die Inzidenz einer humanen Giardiose lag in Berlin in den letzten 10 Jahren mit bis zu 11/100 000 Einwohner über dem bundesweiten Durchschnitt von ca. 5/100 000 Einwohner.
    Ziel: Das Zoonosepotenzial von G. duodenalis von Menschen und Hunden einer Lebensgemeinschaft sollte erfasst werden. Diese Pilotstudie wurde im Sinne einer unizentrischen, prospektiven Querschnittstudie geführt. Material und Methoden: An der Klinik für kleine Haustiere der Freien Universität Berlin wurden von April 2012 bis Februar 2014 Kotproben von Hunden und ihren Besitzern auf G. duodenalis mithilfe von ELISA (Tierkotproben) und Immunfluoreszenzanalyse für Giardia-Detektion (Humankotproben) untersucht. Ein Multi Locus Sequence Typing zur Bestimmung der Assemblage wurde an folgenden Genloci durchgeführt: Triosephosphat-Isomerase-, Glutamat-Dehydrogenase- sowie -Giardin-Gen, bei den Tierproben zusätzlich an der „Kleine Untereinheit kodierenden rDNA“. Ergebnisse: 70 Humankotproben aus 33 Haushalten mit 33 Hunden wurden auf G. duodenalis untersucht. 13/33 Hunde waren mittels ELISA positiv, wobei eine Genotypisierung bei 4/13 Hunden mit den Assemblagen A = 2, B = 1 und D = 1 möglich war. 1/70 Menschen waren in der Immunfluoreszenzanalyse und 3/70 Humanproben in der PCR-Analyse positiv. 2/3 Humanproben konnten der Assemblage B zugeordnet werden. Bei einem Probenpaar lag eine Übereinstimmung der Assemblage vor (B). Schlussfolgerung: In dieser Studie wurden bei den Tieren potenziell zoonotische Assemblagen nachgewiesen. Eine gegenseitige Ansteckung von Tier und Mensch konnte bei einem Besitzer und seinem Hund nicht ausgeschlossen werden.