Fachbereich Veterinärmedizin


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    Bestimmung der Leptospiren-Antikörpertiter von Hunden nach Impfung mit einem tetravalenten Leptospirose-Impfstoff mittels Mikroagglutinationstest (MAT) (2016)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Hapke, H (WE 20)
    Mayer-Scholl, A
    Doherr, M.G. (WE 16)
    Luge, E
    Nöckler, K
    Kohn, B (WE 20)
    Kongress
    24. Jahrestagung der Fachgruppe "Innere Medizin und Klinische Labordiagnostik der DVG (InnLab)“
    Berlin, 29. – 30.01.2016
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 44(1) — S. A 12
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62356 Fax: +49 30 - 838 460 157
    email: kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung: Leptospirose wird beim Hund in Kontinentaleuropa heutzutage häufig durch Infektionen mit Serovaren der Serogruppen Australis (Aus), Grippotyphosa (Gri) und Pomona (Pom) ausgelöst. Bivalente Impfstoffe mit Serovaren der Serogruppen Canicola (Can) und Icterohaemorrhagiae (Ict) bieten daher keinen adäquaten Schutz mehr. Ziel der Studie war die Untersuchung der Antikörpertiterentwicklung gegen Impfstoff- und Nichtimpfstoffserovare nach Vakzination mit einem tetravalenten Leptospirose-Impfstoff (Nobivac® L4) bei gesunden Hunden über ein Jahr.
    Material und Methoden: Es handelte sich um eine prospektive, monozentrische Longitudinalstudie, in die 80 gesunde Hunde aufgenommen wurden. Einschlusskriterium war ein initialer MAT-Titer < 1:100 gegen 17 Leptospirenserovare. Die Hunde wurden initial (W-0) sowie 4 (W-4) und 52 Wochen (W-52) nach Erstvakzination mit Nobivac® L4 geimpft. Insgesamt wurde aus fünf Serumblutproben pro Hund zu den Zeitpunkten W-0, W-4, W-12, W-26 und W-52 der MAT-Titer für 17 Leptospirenserovare bestimmt.
    Ergebnisse: Von 80 getesteten Hunden waren 48 initial MAT-negativ, 22 hatten Titer > 0 < 1:100 und 10 1:100. Am häufigsten waren Titer gegen die Serovare Can, Copenhageni (Cop) und Ict. Von 56 der 80 Hunde konnten MAT-Titer-Verläufe analysiert werden. Die Titer in W-4 betrugen für die Serovare Cop, Bratislava (Bra) und Gri 0–1:800 (Median 1:100). Niedriger waren die Titer der Serovare Can (0–1:400, Median 1:50), Aus (0–1:200, Median 1:25) und Ict (0–1:800, Median 1:25). Ein deutlicher Abfall der Titerhöhe konnte bereits in W-12 für alle Serovare festgestellt werden. In W-26 waren 19,6% der Hunde seronegativ, ein Jahr nach Erstimpfung waren es 44,6%.
    Schlussfolgerungen: Die höchsten MAT-Titer mit 1:800 erreichten 4 Wochen nach Erstimpfung die Serovare Cop, Bra, Gri und Ict. Potenziell höhere Antikörpertiter im Zeitraum zwischen der Booster-Impfung in W-4 und der nächsten Blutprobenentnahme in W-12 konnten nicht ausgeschlossen werden. Ein Jahr nach Impfung wiesen 55,4% noch immer niedrige Antikörpertiter ( 1:200) auf. Allerdings lassen die durch Leptospirose-Impfstoffe induzierten Antikörpertiter, deren Höhe und Persistenz keine Rückschlüsse auf eine bestehende Immunität zu.