Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Untersuchungen zu Veränderungen der Leukozytenzahl bei Heimtierkaninchen mit verschiedenen Erkrankungen (2016)

    Art
    Poster
    Autoren
    Weiß, Janine (WE 20)
    Müller, Kerstin (WE 20)
    Kongress
    24. Jahrestagung der FG "Innere Medizin und Klinische Labordiagnostik der DVG (Innlab)"
    Berlin, 29. – 30.01.2016
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 44(2) — S. A17–A18
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    +49 30 838 62356
    kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einführung: Veränderungen der Leukozytenzahl bei Kaninchen mit Erkrankungen wurden bisher kaum wissenschaftlich untersucht. Ziel der Studie war, Veränderungen des weißen Blutbildes bei Kaninchen mit verschiedenen Erkrankungen zu untersuchen. Material und Methoden: Erfasst
    wurden Kaninchen, die im Zeitraum von 10/2001 bis 12/2014 aufgrund einer Erkrankung vorgestellt und von denen eine EDTA-Vollblutprobe entnommen wurde. Die Blutproben wurden mit dem CELL-DYN®3500 (bis 12/2007) und dem Sysmex XT2000-iV (ab 01/2008) analysiert. Die Erkrankungen wurden anhand klinischer, labordiagnostischer, bildgebender und pathologischer Befunde diagnostiziert. Die statistische Auswertung erfolgte mit SPSS 22 und nichtparametrischen Verfahren. Ergebnisse: Insgesamt wurden 421 klinisch erkrankte Kaninchen einbezogen. Es handelte sich um 13,8% männliche (58/421), 39,4% männlich- astrierte (166/421) sowie 35,2% weibliche (148/421) und 11,6% weiblich-kastrierte Tiere (49/421) im Alter von 3–155 Monaten (× – = 59 Monate). Die Kaninchen gehörten überwiegend zu den Zwergrassen (< 2 kg; 64,1%; 270/421) oder Kleinrassen (< 3,75 kg; 33,3%; 140/421). Aufgrund unterschiedlicher, voneinander unabhängiger Erkrankungen wurden 11 Kaninchen zweimal beprobt. Bei insgesamt 432 Leukozytenmessungen wurden 16,7% (72/432) Leukozytosen (> 14,7 x 109/l) und 3,9% (17/432) Leukopenien (< 3,34 x 109/l) festgestellt. 79,4% der Proben wiesen eine Leukozytenzahl im Referenzbereich auf. Die höchste Leukozytenzahl wurde bei Kaninchen mit präkardialem Lymphom (n = 2) (29,3–83,3 x 109/l; × – = 56,3 x 109/l) gemessen, gefolgt von 33,3% (7/21) der Kaninchen mit Thymom (6,8–39,7 x 109/l; × – = 11,9 x 109/l). Bei 22,7% (5/22) der Tiere mit Rhinitis (4,3–29,5 x 109/l; × – = 9,5 x109/l) und 29,7% (11/37) der Tiere mit eitrigen Entzündungen des Zahnapparats (2,4–30 x 109/l; × – = 10,8 x 109/l) trat eine Leukozytose auf. Die niedrigste Leukozytenzahl ergab sich bei Kaninchen mit Verdacht auf Enzephalitozooncuniculi-Infektion (n = 55) (1,6–37,5 x 109/l; × – = 10,1 x 109/l). Bei Kaninchen mit nichtinfektiösen Erkrankungen wie Magendilatation (n = 52) (2,7–24,5 x 109/l; × – = 8,9 x 109/l) oder Urolithiasis (n = 45) (1,6–30,8 x 109/l; × – = 9,5 x109/l) wurden ebenso breite Leukozytenbereiche nachgewiesen.