Fachbereich Veterinärmedizin


Service-Navigation

    Publikationsdatenbank

    Eignung der peripartalen Pansenfüllung als Kuhsignal als Managementmethode zur Schätzung der Futteraufnahme von Milchkühen (2016)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Götze, Katharina (WE 18)
    Pieper, Laura (WE 18)
    Staufenbiel, Rudolf (WE 18)
    Kongress
    41. Leipziger Fortbildungsveranstaltung Labordiagnostik in der Bestandsbetreuung
    Leipzig, 24.06.2016
    Quelle
    41. Leipziger Fortbildungsveranstaltung Labordiagnostik in der Bestandsbetreuung — Manfred Fürll (Hrsg.)
    Leipzig: Medizinische Tierklinik der Veterinärmedizinischen Fakultät Leipzig, 2016 — S. 14–15
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.vetmed.uni-leipzig.de/ik/wmedizin/labor/laborfortbildung/leipziger_laborfortbildung_16.pdf
    Kontakt
    Klinik für Klauentiere

    Königsweg 65
    Gebäude 26
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62261 Fax.+49 30 838 62512
    email:klauentierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung: Vielfach wurde die Pansenfüllung als Kuhsignal für die Futteraufnahme und Tiergesundheit postuliert. Neuere Untersuchungen bezweifeln jedoch, dass die Pansenfüllung ein geeigneter Parameter zur Beurteilung der Futteraufnahme ist (Burfeind et al., 2010). Ziel dieser Studie war es, die Zusammenhänge zwischen der Futteraufnahme und der Pansenfüllung zu untersuchen.
    Material und Methoden: Bei pluriparen Tieren wurden über einen Zeitraum von 2x4 Tagen ante (n=21) und p.p.(n=10) Tagesprofile der Pansenfüllung erfasst. Dazu wurden die Tiere im 4 h Rhythmus um 01, 05, 09, 13, 17 und 21 Uhr nach einem standardisierten Schema (mod. nach Zaaijaer und Noordhuizen, 2003) bewertet. Zudem wurde die Futteraufnahme (Frischmasse) mittels Wägetrögen für jedes Einzeltier erfasst und für die letzten 4 h vor der Pansenbewertung addiert. Die Zusammenhänge zwischen Pansenfüllung und Futteraufnahme wurden mittels partieller Korrelation und gemischter linearer Regression analysiert. Ergebnisse: Die Variabilität der Pansenfüllungsnoten war a.p. sehr gering (Abb. 1). 98% aller Bewertungen fielen auf die Noten 3,5 und 4,0. P.p. war die Variabilität der Noten stärker und es wurden Noten zwischen 2,0 und 4,0 vergeben (Abb. 2). Dabei wiesen 28% der Tiere in der 1. Woche p.p. eine Note <3 auf. Der Median der Futteraufnahme in 4 h lag a.p. bei etwa 5 kg und p.p. bei etwa 6 kg. Zwischen der Frischmasseaufnahme und der Pansenfüllung bestand eine signifikante positive Korrelation (r=0,24; p<0,001). In den linearen gemischten Modellen zeigte sich, dass die Futteraufnahme einen signifikanten Einfluss auf die Pansenfüllungsnoten hatte (p<0,001, Tabelle 1). Allerdings waren die Regressionskoeffizienten a.p. sehr niedrig und um eine Änderung einer halben Boniturnote erkennen zu können, müsste ein Tier etwa 30 kg Frischmasse mehr aufnehmen. In der ersten Woche p.p. waren die Regressionskoeffizienten deutlich höher. Eine Kuh müsste etwa 9 kg zusätzliche Frischmasse aufnehmen um dies anhand einer halben Boniturnote erkennen zu können. In der 2. Woche p.p. müsste ein Tiere 23 kg zusätzlich aufnehmen, um eine Erhöhung der Boniturnote um 0,5 zu erreichen.

    Tabelle 1: Einfluss der Frischmasseaufnahme (kg) auf die Pansenfüllungsnoten

    Koeffizient Standardfehler Signifikanz
    2 Wochen a.p. 0,018 0,003 <0,001
    1 Woche a.p. 0,015 0,003 <0,001
    1. Woche p.p. 0,053 0,009 <0,001
    2. Wochen p.p. 0,022 0,008 <0,001

    Schlussfolgerungen: Die Bewertung der Pansenfüllung stellt ein sensibles Messinstrument zur
    Beurteilung der Futteraufnahme in der ersten Woche p.p. dar. In der zweiten Woche p.p. und a.p. ist die Pansenfüllungsbonitur dagegen weniger geeignet.