Fachbereich Veterinärmedizin


Service-Navigation

    Publikationsdatenbank

    Eintrag resistenter Keime in die Geflügelhaltung – vertikal oder horizontal? (2015)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Rösler, Uwe (WE 10)
    Projahn, Michaela (WE 10)
    Dähre, Katrin (WE 10)
    Friese, Anika (WE 10)
    Kongress
    BfR-Symposium Antibiotikaresistenz in der Lebensmittelkette
    Berlin, 02. – 03.11.2015
    Quelle
    Antibiotikaresistenz in der Lebensmittelkette : BfR-Symposium zu Antibiotikaresistenz in der Lebensmittelkette, 2. – 3. November 2015, Berlin — Bundesinstitut für Risikobewertung (Hrsg.)
    Berlin, 2015 — S. 19–20
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.bfr.bund.de/cm/343/bfr-symposium-antibiotikaresistenz-in-der-lebensmittelkette-abstracts.pdf
    Kontakt
    Institut für Tier- und Umwelthygiene

    Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
    Gebäude 35
    14169 Berlin
    Tel.+49 30 8385 1845 Fax.+49 30 83845 1863
    email:tierhygiene@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung
    Vergangene Untersuchungen im Rahmen des BMBF-Verbundforschungsvorhabens RESET
    zeigten, dass ESBL- (Extended-Spektrum Beta-Laktamase)/ AmpC Beta-Laktamase produzierende
    Enterobakterien mit hoher Prävalenz in Masthähnchenbetrieben in Deutschland
    vorkommen. Jedoch ist bisher wenig bekannt über die genaue Herkunft bzw. die speziellen
    Eintragungswege dieser Bakterien in die Geflügelmastbetriebe.
    Material und Methoden
    In der hier vorgestellten laufenden, weiterführenden Studie innerhalb des Verbundforschungsvorhabens
    RESET werden daher erstmals alle relevanten Stationen der Masthähnchenfleischkette
    von den Elterntierherden über die Brüterei und den Mastbetrieb bis hin zum
    Schlachthof hinsichtlich des Vorkommens von ESBL-/AmpC-Laktamase produzierenden
    Enterobakterien untersucht. Dabei werden die Tiere bzw. Bruteier chargenweise verfolgt und
    beprobt, um einen möglichen vertikalen Transfer von resistenten Bakterien ausgehend von
    den Elterntierherden sowie auch einen horizontalen Eintrag nachweisen zu können. Die Abklärung
    weiterer möglicher Eintragswege erfolgt parallel auch durch Untersuchung verschiedenster
    Umweltproben.
    Dabei werden zu jedem Beprobungszeitpunkt Einzeltierproben/Bruteier sowie diverse Umgebungs-
    und Luftproben analysiert. ESBL-/AmpC-verdächtige Keime werden isoliert und
    anschließend mittels PCR-Analysen auf die Zugehörigkeit zu entsprechenden phylogenetischen
    Gruppen und das Vorhandensein möglicher Resistenz-Gene hin untersucht.
    Ergebnisse
    In vier von fünf der bisher im gesamten Mastverlauf untersuchten Herden waren die verschiedenen
    Proben aus der Brüterei (Bruteier, Küken, Umgebung) ESBL-/AmpC-negativ. Bei
    nur einer einzigen Herde konnten vereinzelt ESBL-/AmpC bildende Enterobakterien auf den
    Eioberflächen nachgewiesen werden. Im Gegensatz zu vorherigen Studien wurden auch alle
    Eintagsküken in der Brüterei sowie bei der Ankunft im Mastbetrieb negativ getestet. Erst ab
    dem Zeitpunkt der Mastmitte wurden in allen Herden ESBL-/ AmpC bildende Enterobakterien
    nachgewiesen. Diese unterschieden sich jedoch meist in Phylogruppe und vorhandenen
    Resistenzgenen von den entsprechenden Elterntierherden.
    Diskussion/Schlussfolgerung
    Ein vertikaler Transfer von ESBL-/AmpC bildende Enterobakterien von den Elterntieren auf
    die nachfolgende Generation scheint nach derzeitiger Datenlage daher eher von nachgeordneter
    Bedeutung zu sein, wohingegen dem horizontalen Eintrag und einer guten Reinigung
    und Desinfektion zwischen den Mastdurchgängen wahrscheinlich eine größere Bedeutung zukommt.