Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Kultivierung kaniner Schwannzellen in proangiogenen Faktoren (2008)

    Art
    Poster
    Autoren
    Parotat, A.
    Bahramsoltani, M.
    Brunnberg, L.
    Plendl, J.
    Kongress
    16. Jahrestagung der DVG-Fachgruppe Innere Medizin und Klinische Laboratoriumsdiagnostik
    Gießen, 02. – 03.02.2008
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe G, Großtiere, Nutztiere; 36 — S. 29
    ISSN: 1434-1220
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Anatomie

    Koserstr. 20
    14195 Berlin
    Tel.+49 30 838 53555 Fax.+49 30 838-53480
    email:anatomie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Eine neue Methode zur Behandlung peripherer Nervenverletzungen
    besteht im Einsatz geeigneter Trägermatrices, die als Leitschienen
    dienen und mit autologen Schwannzellen beladen sind. Voraussetzung
    für die Entwicklung eines solchen Implantats für den Hund ist
    es, kanine Schwannzellen zu isolieren, zu identifizieren und in kurzer
    Zeit maximal zu expandieren. Bereits in früheren Studien wurde
    die Methode zur Isolierung und Identifizierung kaniner Schwannzellen,
    ebenso wie eine praktikable und kostengünstige Methode zur
    Aufreinigung kaniner Schwannzellenkulturen, erfolgreich etabliert
    (Parotat et al. 2006; 2007).
    Ziel der derzeitigen Untersuchungen ist die maximale Expansion
    der Zellen in kurzer Zeit. Überraschenderweise wurde beschrieben,
    dass Wachstumsfaktoren für vaskuläre Endothelzellen (proangiogene
    Faktoren) die Proliferation von Schwannzellen der Ratte stimulieren
    können. Daher soll der Effekt proangiogener Faktoren auf kanine
    Schwannzellen quantitativ analysiert werden.
    Der proliferative Effekt unterschiedlicher Konzentrationen (5,
    10, 50 und 100 ng/ml) des Vascular Endothelial Growth Factor
    (VEGF) und des Fibroblast Growth Factor 2 (FGF2) wurde mithilfe
    von zwei unterschiedlichen Detektionssystemen gemessen. Bei dem
    ersten Proliferationsassay wurde dem Medium 5-Bromo-2?-Deoxyuridin
    (BrdU) zugesetzt, welches anstelle von Thymidin in die
    DNA der Zellen eingebaut wird. Anschließend wurde ein Peroxidase-
    konjugierter Anti-BrdU-Antikörper zugegeben und die Absorption
    quantitativ erfasst. Der zweite Proliferationsassay basiert auf einer
    Redoxreaktion. Dem Medium wurde Resazurin zugegeben, welches
    von lebenden Zellen aufgenommen und irreversibel zum pinkfarbenen
    Resorufin reduziert wird, dessen Fluoreszenz quantitativ
    erfasst wurde.
    In unseren Assays wurde sowohl mit VEGF wie auch mit FGF2
    die maximale Proliferation der kaninen Schwannzellen bei einer
    Konzentration von 50ng/ml erzielt. Im Gegensatz dazu wurde bei
    der Ratte eine maximale Proliferation durch VEGF in einer Konzentration
    von 10?50 ng/ml beschrieben. FGF2 wurde bei der Ratte nur
    in einer Konzentration von 10 ng/ml getestet und erzielte dabei einen
    wachstumsfördernden Effekt. Gegenwärtig sind Untersuchungen
    zur Kombination unterschiedlicher Konzentrationen von VEGF und
    FGF2 im Gange, welche auf eine weitere Steigerung der Proliferation
    kaniner Schwannzellen abzielen.