Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Spezifische nanopartikuläre inhalative Immuntherapie bei Pferden mit Asthma (2015)

    Art
    Vortrag
    Autor
    Gehlen, Heidrun (WE 17)
    Kongress
    18. Workshop des Arbeitskreises "Respiratorisches System" der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG)
    Berlin, 18.03.2015
    Quelle
    Pneumologie : Zeitschrift für Pneumologie und Beatmungsmedizin; 69(6) — S. 369
    ISSN: 0934-8387
    Verweise
    URL (Volltext): https://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0035-1552909
    DOI: 10.1055/s-0035-1552909
    Kontakt
    Klinik für Pferde, allgemeine Chirurgie und Radiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    +49 30 838 62299
    pferdeklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung:

    Humane und equine allergische Atemwegserkrankungen haben in den letzten Jahrzehnten zugenommen und sind ein wichtiger Forschungsbereich, insbesondere die neuen therapeutischen Strategien zur Behandlung. Die Einflussnahme auf immunologischer Ebene mittels Stimulation von regulatorischen T-Zellen (Tregs) eröffnet dabei neue Möglichkeiten jenseits der konventionellen symptomatischen Behandlung. Die spezifische Immuntherapie ermöglicht es, die überschießende körpereigene Immunantwort u.a. durch Stimulation von regulatorischen T-Zellen zu beeinflussen mit dem Ziel, die Homöostase der gestörten T-Helfer-Zell-Balance wieder herzustellen.

    Methoden:

    Ziel dieser Feldstudie war es, klinische und immunologische Effekte einer inhalativen nanopartikulären CpG (CpG-GNP) Immuntherapie mit und ohne spezifischen Allergenen zu vergleichen. Es wurden für jedes Pferd individuell zwei Allergene entsprechend der jeweiligen Anamnese, dem geographischen Vorkommen und den Ergebnissen eines funktionellen in vitro Tests ausgewählt. 20 RAO Pferde, aufgeteilt in zwei Gruppen (CpG-GNP mit und ohne Allergene) wurden siebenmal jeden zweiten Tag inhaliert und insgesamt dreimal untersucht: (I) vor der ersten Inhalation, (II) nach sieben Inhalationen und (III) nach sechs Wochen ohne weitere medikamentöse Behandlung oder Haltungsverbesserung.

    Ergebnisse:

    Die nanopartikuläre Immuntherapie mit Allergenen ergab eine signifikante Verbesserung von bis zu 80% der untersuchten Parameter (Atemfrequenz, -typ, Nasenausfluss, Sekretmenge und Viskosität, neutrophile Granulozyten in den Atemwegen, arterielle Blutgase, AaDO2). Es bestand kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen.

    Schlussfolgerung/Ausblick:

    Die nanopartikuläre Immuntherapie führte zu einer signifikanten und anhaltenden Verbesserung der entzündlichen und allergischen Parameter der Pferde mit RAO über sechs Wochen. Dies eröffnet eine neue therapeutische Strategie jenseits der symptomatischen Behandlung und könnte damit auch für das humane allergische Asthma von großem Interesse sein.