Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Fragebogenstudie zu Ätiopathologie, Therapieansätzen und -wirksamkeit, sowie Krankheitsentwicklung von Pferden mit RAO in Deutschland (2015)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Lehmann, Beatrice (WE 17)
    Gehlen, Heidrun (WE 17)
    Kongress
    18. Workshop des Arbeitskreises "Respiratorisches System" der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG)
    Berlin, 18.03.2015
    Quelle
    Pneumologie : Zeitschrift für Pneumologie und Beatmungsmedizin; 69(6) — S. 368
    ISSN: 0934-8387
    Verweise
    URL (Volltext): https://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0035-1552907
    DOI: 10.1055/s-0035-1552907
    Kontakt
    Klinik für Pferde, allgemeine Chirurgie und Radiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62299 Fax.+49 30 838 62529
    email:pferdeklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung:

    Ziel dieser deskriptiven Feldstudie war es, Informationen über individuelle Auslösefaktoren, diagnostische Strategien, Leistungslevel, Therapieansätze und deren Wirksamkeit bei Pferden mit RAO in Deutschland zu untersuchen.

    Methoden:

    Hierzu wurden individuelle Anamnesefragen zur Ätiopathologie und der Erkrankungsprogression ausgewertet. Die Fragebogenstudie wurde online mit dem LimeSurvey Programm durchgeführt.

    Ergebnisse:

    Die Ergebnisse ergaben, dass 10% der RAO Pferde mehr als einen Geschwisterteil mit RAO und in 36% der Fälle ein Elternteil mit RAO hatten. Die ersten klinischen Symptome der RAO traten im Durchschnitt mit 10,1 ± 4,3 Jahren auf und zeigten sich als Husten in Ruhe (50,8%), einem verstärkt abdominalen Atemtyp (53,0%) und Nasenausfluss (50,8%). Die Dauer der durch Exazerbationsphasen verursachten Leistungsinsuffizienz lag im Durchschnitt bei 10,6 ± 1,2 Wochen. Klinische Anzeichen einer Exazerbation wurden in 52,3% der Fälle direkt nach der Fütterung von trockenem Heu berichtet mit einer mittleren Dauer von 8 ± 0,9 Wochen. Gründe für Unzufriedenheit der Besitzer mit der tierärztlichen Betreuung ihrer Pferde waren ein ausbleibender Therapieerfolg (56,4%), schlechte Betreuung und Diagnostik (25,6%) und falsche Diagnosen (17,9%). Kosten, die aufgrund von Haltungs- und Fütterungsänderungen, Tierarztbesuchen und Behandlungen entstanden, betrugen im Mittel 856,7 ± 65,9 € pro Jahr. Eine Kombination aus Haltungsoptimierung und medikamentöser Behandlung zeigte langfristig die besten Erfolgsraten in 42,9% der Fälle. Die Teilnahme an Turnieren sank nach RAO Erkrankung im Durchschnitt um 10,0%.

    Schlussfolgerung/Ausblick:

    Zusammenfassend ist nach wie vor von großer Bedeutung, dass Pferdebesitzer detailliert über die Zusammenhänge dieser Erkrankung durch ihre Tierärzte aufgeklärt und informiert werden, um Kosten und Leiden betroffener Pferde und deren Besitzer zu vermindern. Hierzu ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Pferdebesitzern und Tierärzten essentiell, um die Managementstrategien für betroffene RAO Pferde weiter zu verbessern.