Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Diagnostik primärer Lungentumore beim Pferd (2015)

    Art
    Vortrag
    Autor
    Gehlen, Heidrun (WE 17)
    Kongress
    18. Workshop des Arbeitskreises "Respiratorisches System" d. Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG)
    Berlin, 18.03.2015
    Quelle
    Pneumologie : Zeitschrift für Pneumologie und Beatmungsmedizin; 69(6) — S. 366–367
    ISSN: 0934-8387
    Verweise
    URL (Volltext): https://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0035-1552901
    DOI: 10.1055/s-0035-1552901
    Kontakt
    Klinik für Pferde, allgemeine Chirurgie und Radiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62299 Fax.+49 30 838 62529
    email:pferdeklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Im Vergleich zum Menschen ist die Häufigkeit primärer Lungentumoren beim Haustier (einschließlich dem Pferd) unter 1%. Damit ist die Häufigkeit primärer Lungentumore deutlich geringer als die der Lungentumore, die ihren Ursprung in einem anderen Organsystem haben und sekundär in die Lunge metastasiert sind. Mögliche primäre Lungentumore des Pferdes sind der Granularzelltumor, das bronchoalveoläre Adenokarzinom, das zystisch-muzinöse Adenokarzinom, das anaplastische bronchiale Karzinom und das pulmonale Chondrosarkom. Beim Granularzelltumor handelt es sich dabei um den häufigsten primären Lungentumor des Pferdes.

    Pferde mit Lungenneoplasien können klinisch über lange Zeit unauffällig sein bzw. lediglich unspezifische Symptome zeigen. Das klinische Bild gleicht häufig dem eines Pferdes mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung. Deshalb ist zur weiteren Diagnostik neben der Endoskopie insbesondere das Thoraxröntgen, eventuell kombiniert mit einer gezielten Lungenbiopsie, für eine ante mortem Diagnose hilfreich.

    Die ultrasonographische Untersuchung des Thorax gibt nur über Pleura nahe Neoplasien Auskunft und ist deshalb nur begrenzt sinnvoll. Hämatologische und blutchemische Untersuchungen sowie Analysen von Tracheobronchialsekret sind meist unspezifisch. Aufgrund des meist progressiven Verlaufes mit zunehmender Verschlechterung der klinischen Symptomatik und der ungünstigen bis infausten Prognose bei primären Lungentumoren werden die betroffenen Pferde fast immer euthanasiert. In den Fällen, wo der Tumor sich als isolierter Knoten darstellt (z.B. beim Granularzelltumor), ist der Versuch einer transendoskopischen, elektrochirurgischen Entfernung möglich. Auch die Entfernung der betroffenen Lungenhälfte wurde in der Literatur beschrieben.

    Die möglichen Ätiologien des chronisch hustenden Pferdes sind vielfältig. Neben der klinischen Untersuchung sollte bei jedem chronisch hustenden Pferd eine vollständige endoskopische Untersuchung und eine röntgenologische Untersuchung des Thorax durchgeführt werden. Bei Verdacht auf ein tumoröses Geschehen sollte transendoskopisch oder transthorakal unter Röntgen- oder ultrasonographischer Kontrolle eine Biopsie entnommen werden.