Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Beurteilung der Molybdänversorgung von Milchkühen (2016)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Ebert, Fanny (WE 18)
    Wiese, F. (WE 18)
    Mueller, Anja-Elvira
    Staufenbiel, Rudolf (WE 18)
    Kongress
    24. Jahrestagung der FG Innere Medizin und klinische Labordiagnostik der DVG (InnLab)
    Berlin, 29. – 30.01.2016
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 44(1) — S. A 5–A 6
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für Klauentiere

    Königsweg 65
    Gebäude 26
    14163 Berlin
    +49 30 838 62261
    klauentierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Problemstellung: Eine grundlegende Voraussetzung zur Erzielung hoher Leistungen in der Milchviehhaltung ist die adäquate Versorgung mit essenziellen Spurenelementen. Während eine Molybdänunterversorgung nur in seltenen Ausnahmefällen zu beobachten ist, werden Intoxikationen und chronische Überversorgung mit Molybdän (Mo) in der Literatur beschrieben. Ziel der Arbeit war, die Mo-Versorgung bei Milchkühen in den neuen Bundesländern zu untersuchen und Referenzwerte für den Mo-Gehalt in verschiedenen Probenmedien zu erarbeiten. Methoden: Die Studie wurde in zwei Abschnitte gegliedert. Im ersten Versuchsabschnitt wurden von 2007 bis 2012 auf 489 Milchviehbetrieben Blut- (Plasma, Serum, EDTAVollblut), Urin- und Haarproben von klinisch gesunden, multiparen Holstein-Friesian-Kühen entnommen. Im zweiten Abschnitt der Studie wurden auf einem Betrieb Blut (Plasma, Serum, EDTA-Vollblut), Haare und Lebergewebe von je 10 Einzeltieren aus vier Laktationsgruppen gewonnen. Die Messwerte wurden mittels Varianzanalyse, Korrelation nach Pearson sowie Regressionsanalyse analysiert. Zur Ermittlung der Referenzwerte wurden nichtparametrische Verfahren gewählt. Ergebnisse: Eine Über- oder Unterversorgung mit Mo lag bei keinem der untersuchten Tiere vor. Die Mo-Konzentrationen in Serum und Plasma waren vergleichbar, während im Vollblut signifikant niedrigere Werte vorlagen. Die Mo-Konzentration im Urin korrelierte eng mit den Konzentrationen in Serum und Plasma. Dagegen lagen die ermittelten Werte im Haar in 35% der Fälle über dem Referenzbereich und korrelierten nur schwach mit den Konzentrationen der anderen Proben. Die Mo-Gehalte in der Leber korrelierten nicht mit den Werten im Blut und nur schwach mit denen im Urin. Die ermittelten Referenzwerte und daraus resultierende Empfehlungen sind in Tab. V14 dargestellt.
    Schlussfolgerung: Als Kurzzeitparameter eignen sich Blutplasma, Blutse-rum und Urin, wobei vor allem die Harnuntersuchung zu empfehlen ist. Die Konzentrationen im Lebergewebe liefern gute Hinweise auf die Mo-Versorgung der letzten Monate, allerdings gestaltet sich die Probenentnahme vergleichsweise aufwendig. Zur langfristigen Beurteilung ist prinzipiell die Haaranalyse geeignet, es besteht jedoch die Gefahr exogener Verunreinigung.