Fachbereich Veterinärmedizin


Service-Navigation

    Publikationsdatenbank

    Eignung der Blutserumkonzentrationen an freien Fettsäuren (NEFA) zur Frühdiagnostik des Risikos peripartaler Erkrankungen bei Milchkühen in Abhängigkeit von der Laktationszahl (2016)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Pieper, Laura (WE 18)
    Roder, Andrea (WE 18)
    Staufenbiel, Rudolf (WE 18)
    Kongress
    24. Jahrestagung der Fachgruppe "Innere Medizin und Klinische Labordiagnostik der DVG (InnLab)“
    Berlin, 29. – 30.01.2016
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 44(1) — S. A 6
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für Klauentiere

    Königsweg 65
    Gebäude 26
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62261 Fax.+49 30 838 62512
    email:klauentierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Problemstellung: Häufig werden erhöhte Konzentrationen der freien Fettsäuren (NEFA) mit erhöhten Krankheitsinzidenzen in Verbindung gebracht. Die Studie hatte die Ziele, die Zusammenhänge zwischen erhöhten NEFA-Konzentrationen vor der Kalbung und Erkrankungen im peripartalen Zeitraum zu überprüfen und Faktoren zu identifizieren, die die Einflussnahme auf die NEFA-Konzentration mittels Anpassung des Managements ermöglichen.
    Methoden: Zwischen März 2013 und Februar 2014 wurden in einem norddeutschen Milchviehbetrieb von 1949 primi- und pluriparen Tieren antepartal (ca. 10 Tage a. p.) einmalig Blutproben entnommen. Daten zur Trockenstehzeit, Rückenfettdicke, Totgeburten und Erkrankungen (Geburtsverletzung, Gebärparese, Nachgeburtsverhaltung, Labmagenverlagerung, Ketose, Metritis, Mastitis, Klauenerkrankung) bis 150 Tage p. p. wurden erfasst. Die antepartalen NEFA-Konzentrationen wurden kategorisiert (< 0,4 mmol/l; > 0,4 mmol/l) und mithilfe logistischer Regressionen in Beziehung zu den Erkrankungen gesetzt. Zur Datenauswertung diente das Statistikprogramm SPSS und p-Werte < 0,05 galten als signifikant. Ergebnisse: Die antepartalen NEFA-Konzentrationen waren niedrig (Median = 0,21 mmol/l; x25 = 0,1 mmol/l; x75 = 0,43 mmol/l) und abhängig von der Laktationszahl. Tiere der 1. Laktation wiesen höhere Werte auf als Tiere der höheren Laktationen. Etwa ein Viertel der Tiere (511 Tiere; 26,2%) überschritt den Grenzwert von 0,4 mmol/l. Bei primiparen Tieren gab es keine Zusammenhänge zwischen Erkrankungen und NEFA Konzentrationen. Erhöhte NEFA-Konzentrationen > 0,4 mmol/l waren bei pluriparen Tieren mit Totgeburten, Geburtsverletzungen, Nachgeburtsverhaltung, Gebärparese, Ketose, Labmagenverlagerung und Metritis assoziiert. Es fanden sich keine Beziehungen zwischen erhöhten NEFA-Konzentrationen und dem Auftreten von Mastitis und Lahmheiten. Positive Zusammenhänge bestanden zwischen erhöhten NEFA-Konzentrationen und der Rückenfettdicke zum Kalben, Zwillingsgeburten und der Dauer der Trockenstehzeit (Far-off).
    Schlussfolgerung: Erhöhte NEFA-Konzentrationen vor der Kalbung sind mit vielen postpartalen Erkrankungen assoziiert. Verhinderung einer langen Trockenstehzeit und einer antepartal erhöhten Körperkondition können zur Reduktion der NEFA-Konzentrationen und assoziierten Erkrankungen führen.