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Fachbereich Veterinärmedizin


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    Kardiale Biomarker bei Pferden mit Herzerkrankungen in Ruhe und nach Belastung (2015)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Hofheinz, Ina (WE 17)
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verlag, 2015 — 196 Seiten
    ISBN: 978-3-86387-667-8
    Verweise
    URL (Volltext): https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/10216
    Kontakt
    Pferdeklinik

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    +49 30 838 62299 / 62300
    pferdeklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die ANG-II-, Aldosteron-, ET-1- und ANP- Plasmawerte in Ruhe und nach Belastung im Hinblick auf ihre Eignung als Biomarker zur frühen Diagnostik, zur Einschätzung des Schweregrades von Herzerkrankungen und als prognostische Indikatoren bei Pferden mit Herzerkrankungen zu untersuchen. Dazu wurden 54 Pferde aus dem Patientengut der Pferdeklinik der FU Berlin untersucht, wobei 15 Pferde in Gruppe 1 (herzgesund), 22 Pferde in Gruppe 2 (herzkrank mit normalen Herzdimensionen) und 17 Pferde in Gruppe 3 (herzkrank mit veränderten Herzdimensionen) eingeteilt wurden. Die Plasmawerte der Parameter ANG-II, ALD, ET-1 und ANP wurden von einem veterinärmedizinischen diagnostischen Labor mit Hilfe von kommerziellen ELISAs bestimmt. Limitierende Faktoren dieser Studie waren neben der geringen Gruppengröße die Einbeziehung von Pferden in das Patientengut, die neben Herzerkrankungen an weiteren Erkrankungen wie Lungenerkrankungen und orthopädischen Erkrankungen litten, welche die Plasmakonzentrationen der Blutparameter beeinflusst haben könnten. Limitierend für die Beurteilung der Auswirkung von körperlicher Belastung auf die Blutparameter bei herzkranken Pferden gegenüber herzgesunden, war die wenig standardisierte und wenig intensive Belastung der Pferde. Insgesamt unterschieden sich die ANG-II-, ALD-, und ET-1-Plasmawerte der herzkranken Pferde (Gruppen 2 und 3) weder in Ruhe, noch nach Belastung signifikant von den Werten der herzgesunden Pferde (Gruppe 1). Folglich kann die Bestimmung der Parameter ANG-II, ALD und ET-1 offenbar keine frühdiagnostischen Informationen bezüglich einer Herzerkrankung bei Pferden geben. Auch die nach Belastung gewonnenen Werte scheinen, gegenüber herkömmlichen diagnostischen Methoden, keine vorteilhaften Informationen liefern zu können. Im Gegensatz dazu waren die ANP-Plasmawerte der herzkranken Pferde (Gruppen 2 und 3) sowohl in Ruhe als auch nach Belastung signifikant geringer als die Werte der herzgesunden Pferde (Gruppe 1) (CpANPR: Gruppe 1: 76,3 ± 53,8 pg/ml, Gruppe 2: 21,0 ± 52,3 pg/ml, Gruppe 3: 14,9 ± 50,7 pg/ml; CpANPB: Gruppe 1: 67,1 ± 43,0 pg/ml Gruppe 2: 4,5 ± 10,4 pg/ml, Gruppe 3: 8,6 ± 25,7 pg/ml). Ob dieses Ergebnis eindeutig auf die Herzerkrankung der Pferde zurückzuführen ist, lässt sich in der vorliegenden Untersuchung abschließend nicht klären. Weitere Untersuchungen, insbesondere histologisch/pathologische Untersuchungen müssen klären, inwieweit es durch hochgradige Herzerkrankungen bei Pferden zu einer Schädigung der ANP sezernierenden Myozyten in den Herzvorhöfen, und damit zu einer Abnahme des Plasma-ANP-Spiegels kommen kann. Weitere Untersuchungen müssen auch klären, inwieweit die Aufbewahrungszeit der Blutproben zu einem Abbau von equinem ANP führen kann. Obwohl die ET-1 Plasmawerte der herzkranken Pferde (Gruppen 2 und 3) nicht signifikant höher waren als die der herzgesunden Pferde (Gruppe 1), konnte in Gruppe 3 eine signifikante Korrelation der ET-1 Plasmawerte mit dem Durchmesser des linken Atriums sowohl in Ruhe als auch nach Belastung festgestellt werden, was für einen Zusammenhang zwischen dem Schweregrad der Erkrankung und der CpET spräche. Des Weiteren konnte ein signifikanter Einfluss des Gewichts, des Alters und des Trainingszustandes der Pferde auf die CpET-1 festgestellt werden. Um abschließend zu klären, inwieweit sich die CpET-1 zur Beurteilung des Schweregrades und als prognostisches Instrument bei herzkranken Pferden eignet, sind weitere Untersuchungen mit einer größeren Anzahl von Pferden unter Berücksichtigung der oben genannten Einflussfaktoren notwendig. Die Parameter ANG-II, ALD und ANP scheinen im Bezug auf die Graduierung von Herzerkrankungen und die Prognosestellung bei Pferden gegenüber herkömmlichen Methoden wie dem Ultraschall keine zusätzlichen Informationen liefern zu können. Allerdings sind zur abschließenden Beurteilung der Eignung von ANG-II, ALD und ET-1 als diagnostische Hilfsmittel, sowie als prognostische Indikatoren für Herzerkrankungen und zur Graduierung von Herzerkrankungen bei Pferden aber weitere Untersuchungen unter Ausschluss derjenigen Faktoren notwendig, die sich in der vorliegenden Studie als limitierend erwiesen haben.