Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Managementfaktoren und deren Einfluss auf die Ausscheidung von Helmintheneiern bei Pferden (2015)

    Art
    Zeitschriftenartikel / wissenschaftlicher Beitrag
    Autoren
    Ertelt, Antonia (WE 17)
    Merle, Roswitha (WE 16)
    von Samson-Himmelstjerna, Georg (WE 13)
    Wulke, Nadine (WE 17)
    Demeler, Janina (WE 13)
    Gehlen, Heidrun (WE 17)
    Quelle
    Pferdeheilkunde; 31(4) — S. 332–339
    ISSN: 0177-7726
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Epidemiologie und Biometrie

    Königsweg 67
    Gebäude 21, 1. OG
    14163 Berlin
    Tel.: +49 30 838 62901 (Sekretariat)
    Fax: +49 (30) 838 4 71714

    Abstract / Zusammenfassung

    Die Erforschung der Faktoren, die die Ausscheidung von Helmintheneiern (insbesondere Magen-Darm Strongyliden) beim Pferd beeinflussen, ist von großer Bedeutung für eine sinnvolle anthelminthische Behandlung von Pferdebeständen. Die vorliegende Studie soll Einblicke in mögliche Wechselwirkungen zwischen dem Management in Pferdebeständen und deren Auswirkungen auf die Infektion mit parasitären Helminthen vermitteln. Hierfür wurden 620 Pferde, die innerhalb der letzten zwei Jahre aufgrund orthopädischer oder internistischer Erkrankungen in der Klinik für Pferde, der Freien Universität Berlin vorgestellt wurden, hinsichtlich des Vorkommens und der Anzahl von Helmintheneiern koproskopisch untersucht. Die Besitzer der Pferde wurden gebeten, einen Fragebogen in Bezug auf Informationen betreffend des Entwurmungsmanagements, der Stall- und Koppelhygiene sowie der Haltungsform auszufüllen. Die Helmintheneizahl der Pferde wurde mit dem FLOTAC-Verfahren pro Gramm Kot bestimmt und auf Zusammenhänge hinsichtlich der entsprechenden Managementfaktoren statistisch geprüft. Eier von Magen-Darm-Strongyliden wurden bei den von uns untersuchten Pferden am häufigsten nachgewiesenen.
    Die höchsten Eizahlen traten dabei bei Pferden im Alter von 1 bis 5 Jahren auf und Pferde mit dem Symptom Durchfall hatten ein 3,8-mal so hohes Risiko eines positiven Magen-Darm-Strongyliden- Befundes im Kot als Pferde ohne Durchfall. Im multifaktoriellen logistischen Regressionsmodell zeigte sich, dass der Zeitpunkt der letzten Entwurmung, der Zugang zu einer Koppel, das Pflügen der Koppel und das Düngen der Koppel mit Pferdemist, sowie das Alter der Tiere einen signifikanten Einfluss auf das Vorkommen von Magen-Darm-
    Strongylideneiern hatten. Auch das verwendete Anthelminthikum hatte einen signifikanten Einfluss auf das Vorkommen von Magen-Darm-Strongylideneiern. So zeigten Pferde, die zuletzt mit einem makrozyklischen Lakton (Ivermectin, Moxidectin) entwurmt wurden, signifikant häufiger einen negativen Kotbefund als Pferde die zuletzt mit Fenbendazol, Pyrantel oder auf Naturbasis (Homöopathisch, Kräuter etc.) entwurmt wurden. Bei bestandssynchroner Entwurmung mit demselben Anthelminthikum sank das Risiko für einen Nachweis von Magen-Darm-Strongylideneiern um den Faktor 10. Die Ergebnisse dieser Studie können zur Verbesserung des Entwurmungsregimes in Pferdebeständen genutzt werden.