Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Untersuchungen zum Vorkommen und Verhalten von Yersinia enterocolitica in Rohwurst (1993)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Kleemann, Jörg (WE 8)
    Quelle
    Berlin, Freie Univ., 1993 — 150 Seiten
    Kontakt
    Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene

    Königsweg 69
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62550 Fax.+49 30 838 46029
    email:lebensmittelhygiene@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Bei den Untersuchungen zum Vorkommen von Y.e. in frischer Rohwurst konnten aus 27 von 202 Proben (13,4%) Yersinia spp., überwiegend V. e. (21), isoliert werden. Die Y.-e.-Isolate zählten nicht zu den als pathogen geltenden Serotypen 0:3; 0:5,27; 0:6,30; 0:8; 0:9 und Biotypen lb, 2, 4. Für die dennoch vorgenommene Virulenzbeurteilung der Yersinia-Stämme wurden die Screeningmethoden zum Nachweis der virulenzassoziierten Eigenschaften Hämagglutination, Serumresistenz, Kongorotaufnahmevermögen, Salzaggregation, Autoagglutination sowie die Prüfung der Stämme auf das Vorhandensein des Virulenzplasmides von 42 MDa Molekulargewicht herangezogen. Zwischen der Ausprägung der Virulenzmarker und dem Vorkommen des Virulenzplasmids konnten keine eindeutigen Beziehungen festgestellt werden. Trotz der z.T. widersprUchlichen eigenen Ergebnisse ist es unabdingbar, derartige Prüfungen vorzunehmen, wobei die Autoaagglutination als Testmethode am geeignetsten erscheint.
    Der häufige Nachweis eines Virulenzplasmides bei mehr als 50% der Y.-e.-Rohwurstisolate deutet aber darauf hin, daß unter diesen mit potentiell krankmachenden Stämmen gerechnet werden muß.
    Außerdem wurden in Modellversuchen 5 Sorten Rohwurst mit 104 bis 105 KbE Y.e./g inokuliert. Dabei konnte keine Vermehrung der Y.e.-stämme ermittelt werden. Die Y.-e.-Stämme Uberlebten in bei 3 bis 5°C gelagerten Würsten länger als in bei 13 bis 18°C gelagerten. Die Absterbezeiten der Y.-e.-Stämme sind vornehmlich vom inneren Milieu der Wurstarten, den Lagerungsbedingungen und der Kontaminationsdosis abhängig. Zwischen den verschiedenen Serotypen konnten keine Unterschiede im Verhalten festgestellt werden. Mit Y. e. kontaminierte frische Rohwürste können wegen der relativ langen Überlebenszeiten des Erregers und Y.-e.-Keimzahlen von 102 bis 104 KbE/g ein potentielles Risiko für den Konsumenten darstellen.