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Einleitung: Im Gegensatz zu dieser beim Menschen gut bekannten Entität sind dysontogenetische Orbitalzysten bei Tieren unseres Wissens bislang nicht beschrieben. Material und Methoden: Eine 2-jährige Amerikanische Bulldogge zeigte von klein auf eine langsam progressiv wachsende zystische Umfangsvermehrung (UV) am linken medialen Orbitaleingang. Ein Verödungsversuch mit Polidocanol über 6 Monate blieb erfolglos. Die Zytologie des Zysteninhalts war undiagnostisch. Die Zyste wurde chirurgisch soweit möglich entfernt. Die histologische Beurteilung des formalinfixierten, paraffineingebettenen Gewebes erfolgte nach Hämatoxylin- und Eosinfärbung.
Befunde: Histologisch bestand die Zystenwand aus einer kollagenfaserreichen Kapsel mit sporadisch eingelagerten mineralisierten Knochenmetaplasien. Das Zystenlumen war sporadisch mit iso- bis hochprismatischen, drüsenepithelähnlichen Zellen ausgekleidet. Rezidive traten bis heute nicht auf.
Schlussfolgerung: Es könnte sich um die Erstbeschreibung einer dysontogenetischen Orbitalzyste beim Hund handeln. Ätiologie und Pathogenese sind zunächst unklar, ein ursprünglicher Zusammenhang mit dem Tränennasenkanal scheint denkbar.