Fachbereich Veterinärmedizin


Service-Navigation

    Publikationsdatenbank

    Untersuchungen zur Einbindung der evidenzbasierten Reproduktionsmedizin in die veterinärmedizinische Lehre und Praxis (2013)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Arlt, Sebastian (WE 19)
    Quelle
    Berlin, 2013 — 102, [24] Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000096020
    Kontakt
    Tierklinik für Fortpflanzung

    Königsweg 65
    Haus 27
    14163 Berlin
    +49 30 838 62618
    fortpflanzungsklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Fachartikel aus Fachzeitschriften, Lehrbüchern und dem Internet sind für Tiermediziner wichtige Informationsquellen zu vielfältigen Themenbereichen und bieten oftmals praxistaugliche Tipps. Allerdings sind die enthaltenen Informationen nicht immer wissenschaftlich fundiert und objektiv dargestellt. Tierärztinnen und Tierärzte sind verpflichtet, die ihnen anvertrauten Tiere nach ethischen und fachlichen Gesichtspunkten optimal zu untersuchen und zu behandeln. Daher ist es essentiell, dass in klinische Entscheidungen aktuelle und hochwertige Informationen einfließen.
    Daraus folgt für die Praxis, dass vor allem in schwierigen Fällen aktuelle Literatur zu Rate gezogen werden sollte. Weiterhin sollten auch Routineverfahren regelmäßig kritisch überprüft werden.
    Mehrere Projekte zur Bewertung der Qualität von veröffentlichten Informationen im Bereich der Reproduktionsmedizin haben große Mängel aufgezeigt. So wurden in einem Projekt zur Literatur der Reproduktionsmedizin beim Hund rund 68% der 287 aufgenommenen Artikel als nicht geeignet bewertet, valide Schlussfolgerungen zuzulassen.
    In einem weiteren Projekt wurden stichprobenartig insgesamt 268 Artikel ausgewertet.
    Dabei wurden 33% der Publikationen zum Rind, 7% der Publikationen zum Hund und einer (1%) Publikation zum Pferd eine Qualität zugeschrieben, welche die Formulierung von validen und nachvollziehbaren Schlussfolgerung erlaubt. Dies bedeutet, dass in vielen Bereichen erheblicher Forschungsbedarf besteht. Weiterhin empfehlen wir, beim Lesen von Fachinformationen deren Qualität vor dem Einsatz in der Praxis stets kritisch zu überprüfen. Im Rahmen dieser Arbeit wurden mehrere Konzepte und Hilfsmittel (Checklisten für die kritische Literaturbewertung) für die Lehre und für den Einsatz in der Praxis erstellt und evaluiert. Strategien für die Einbindung in unterschiedliche Lehrveranstaltungen werden vorgestellt. Ziel sollte es sein, den Studierenden zu vermitteln, wie klinische Problemstellungen erkannt und definiert werden, wie Informationen aus der Literatur bezogen werden können und diese unabhängig und kritisch bewertet wird. Dies ist Grundlage für eine optimale Auswahl von Diagnose- und Behandlungsstrategien.