Fachbereich Veterinärmedizin


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    Der Einfluss des Probiotikums Enterococcus faecium NCIMB 10415 auf die absorptiven und sekretorischen Eigenschaften des Jejunumepithels beim Schwein (2013)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Dillenseger, Anja (WE 2)
    Quelle
    Berlin: Mensch und Buch Verlag, 2013 — 167 Seiten
    ISBN: 978-3-86387-407-0
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000095827
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Physiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62600 Fax.+49 30 838-62610
    email:physiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Seit dem Verbot des Einsatzes von Antibiotika als Leistungsförderer ab dem 01. Januar 2006 werden verstärkt Probiotika als mögliche Alternative diskutiert. Die potentielle Beeinflussung absorptiver und sekretorischer Eigenschaften durch Supplementierung von Ferkeln mit dem Probiotikum Enterococcus faecium NCIMB 10415 direkt post partum auf das Jejunumepithels beim Schwein wurde mit Hilfe der Ussing-Kammer-Methode untersucht.
    Dazu wurden Ferkel zufällig in zwei Fütterungsgruppen (Probiotika- und Kontroll-Gruppe) aufgeteilt. Beide Gruppen hatten ad libitum-Zugang zu Wasser. Die Muttersauen erhielten kein Probiotikum. Die orale Gabe des Probiotikums erfolgte vom 0. bis einschließlich des 34. Lebenstages (LT) in einer Dosierung von 4,5 • 109 CFU. Ab dem 15. LT wurde zusätzlich E. faecium NCIMB 10415 auch über das Ferkelfutter supplementiert (1,2 • 1010 CFU/kg). Am Übergang vom 28. zum 29. LT wurden die Ferkel abgesetzt. E. faecium NCIMB 10415 wurde danach über das Ferkelfutter weiter in einer Konzentration von 3,2 • 109 CFU/kg supplementiert.
    Im Alter von 14, 28, 31, 35 und 56 Lebenstagen erfolgte die Untersuchung der absorptiven und sekretorischen Eigenschaften des mittleren Jejunums durch Stimulierung des Epithels mit PGE2 (0,05 mol/l, 0,1 mol/l, 0,5 mol/l und 3 mol/l), Glucose (0,5 mmol/l, 1 mmol/l, 4 mmol/l und 10 mmol/l), 12 mmol • l -1 L-Glutamin und IL-1 (10 ng/ml).
    Bei den Versuchsansätzen mit PGE2 zur Untersuchung sekretorischer Eigenschaften wurden keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Fütterung, jedoch hinsichtlich des Alters und der PGE2-Konzentration deutlich. Die Reaktion des Isc war generell höher am 31. und 35. LT im Vergleich zu den anderen Altersgruppen. Bei Untersuchung der kinetischen Parameter zeigten sich bei Km in der Probiotika-Gruppe am 28. LT signifikant höhere, am 56. LT signifikant niedrigere Werten als in der Kontroll-Gruppe. Bei Vmax wies die Probiotika-Gruppe am 31. LT signifikant höhere, am 56. LT signifikant niedrigere Werte als die Kontroll-Gruppe auf.
    Die Reaktion des Isc auf die mukosale Zugabe aufsteigender Konzentrationen von Glucose ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen der Probiotika- und der Kontroll-Gruppe. Numerisch höhere Absorptionsraten, gemessen als Isc, traten am 35. LT bei der Probiotika138 Gruppe im Vergleich zur Kontrolle auf. Allerdings zeigten sich signifikante Unterschiede bezüglich des Alters und der Glucosekonzentration. Bei allen Konzentrationen lagen die Isc am 31. und 35. LT bei beiden Fütterungsgruppen signifikant über den entsprechenden Werten der anderen Lebenstage. Bei Betrachtung der transportkinetischen Parameter zeigte die Probiotika-Gruppe am 31. LT höhere, am 56. LT signifikant niedrigere Km- und Vmax- Werte als die Kontrolle.
    Wie bei Glucose, so waren auch bei den Versuchen mit Stimulation durch 12 mmol • l -1 LGlutamin signifikante Altersunterschiede zu erkennen. Auch hier zeigten sich bei den Tieren der Altersgruppe 31. und 35. LT signifikant höhere Werte im mittleren Isc. Die Fütterung beeinflusste die Reaktion des Isc auf die Gabe von L-Glutamin nicht.
    Da in vorherigen Studien eine positive Beeinflussung des Na+-abhängigen Glucosetransporters SGLT-1 durch das proinflammatorische Zytokin IL-1 nachgewiesen wurde, sollte dies nochmals überprüft und eine potentielle Beeinflussung dieser Wirkungsweise durch die Gabe von E. faecium NCIMB 10415 untersucht werden. Dazu wurde das Glycosid Phlorizin als spezifischer Hemmer des SGLT-1 eingesetzt. Da sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Kontroll- und Probiotika-Gruppe zeigten, erfolgte die Auswertung der Versuche fütterungsunabhängig. Die serosale Zugabe von 10 ng/ml IL-1 bewirkte einen Anstieg des Isc, der teilweise durch Phlorizin gehemmt werden konnte. Dies könnte auf eine Beteiligung des SGLT-1 hindeuten.
    Generell konnten in der vorliegenden Arbeit zwischen Kontroll- und Probiotika-Gruppe in allen Versuchsansätzen keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Dennoch sind Tendenzen sichtbar, dass E. faecium NCIMB 10415 einen positiven Effekt auf die Absorption nehmen könnte.