Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Präklinische Untersuchungen zur antidementiven Wirkung des Acetylcholinesterase-Inhibitors Donepezil (2014)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Blümel, Linda (WE 14)
    Bert, Bettina (WE 14)
    Brosda, Jan (WE 14)
    Fink, Heidrun (WE 14)
    Hamann, Melanie (WE 14)
    Kongress
    24. Vetpharm-Symposium
    Zürich, 11. – 12.09.2014
    Quelle
    Kontakt
    Institut für Pharmakologie und Toxikologie

    Koserstr. 20
    14195 Berlin
    +49 30 838 53221
    pharmakologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Die häufigste psychische Erkrankung im Alter ist die Demenz, die für Betroffene und deren Umfeld eine enorme Belastung darstellt. Die zugrunde liegenden pathogenetischen Prozesse sind noch nicht vollständig geklärt. Cholinesterasehemmer stellen den weitaus größten Anteil am Verordnungsvolumen der Antidementiva. Trotz positiver Studienergebnisse wird ihr klinischer Nutzen kritisch betrachtet. In den S3-Richtlinien zur Therapie einer milden bis moderaten Demenz vom Typ Morbus Alzheimer wird eine Langzeittherapie mit dem Acetylcholinesterase-Inhibitor Donepezil empfohlen.
    Die Ergebnisse tierexperimenteller Untersuchungen zur Wirkung von Donepezil auf kognitive Funktionen sind bislang widersprüchlich. Oft werden positive Wirkungen auf „Surrogatparameter“ berichtet.
    Ziel unserer Untersuchung war es, die Wirkung von Donepezil in einem Tiermodell für Demenz, „alte Ratte“, das mit veränderter Funktion des cholinergen Systems einhergeht, zu überprüfen.
    Zuerst erfolgte die Evaluierung der altersassoziierten Lerndefizite an jung adulten (8 Wochen) und alten (18 Monate) männlichen OFA-Ratten. Nach erfolgreicher Etablierung des Tiermodells wurde geprüft, ob nach wiederholter Gabe (Vorbehandlungszeitraum 15 Tage) von Donepezil (1,5 mg/kg·täglich p.o.) bei alten (18-20 Monate) männlichen OFA-Ratten Wirkungen auf die Lern- und Gedächtnis-leistungen im Vergleich zur Kontrollgruppe (Vehikel 1ml/kg·täglich p.o.) nachzuweisen sind. Der Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten der Tiere wurde in drei Lern- und Gedächtnistests erfasst: Morris water maze Test, Nose poke habituation Test und Novel object recognition Test. Die motorische Aktivität wurde im Open field Test überprüft. Dabei wurden Donepezil und die Vehikellösung jeweils 3 Stunden nach den Verhaltensversuchen verabreicht, um einen Einfluss der Maßnahme der Verabreichung auf das Verhalten im Test auszuschließen.
    Donepezil zeigte nur eine geringe und auch nicht signifikante gedächtnisverbessernde Wirkung im Novel object recognition Test. Diese Befunde unterstreichen die kritische Einschätzung des klinischen Nutzens. Weitere Untersuchungen mit einem anderen Medikationsregime sollen klären, ob akute Effekte der Substanz die bisher von uns geprüften Wirkungen nach chronischer Substanzgabe im Sinne eines State dependent learning überlagern können.