Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Chronische gastrointestinale Symptome:
    Differenzialdiagnosen bei 155 Hunden (2014)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Baumgart, K. (WE 20)
    Volkmann, M. (WE 6)
    Kohn, B. (WE 20)
    Kongress
    22. Jahrestagung der FG “Innere Medizin und klinische Labordiagnostik” der DVG (InnLab)
    Gießen, 31.01. – 01.02.2014
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 42(1) — S. A3
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62356 Fax: +49 30 - 838 460 157
    email: kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Chronische gastrointestinale Symptome wie Durchfall und Erbrechen kommen beim Hund häufig vor. Ursächlich sind meist primäre (gastrointestinale), aber auch sekundäre (extragastrointestinale) Enteropathien. Ziel dieser retrospektiven Studie war, Häufigkeiten von chronischen gastrointestinalen Symptomen bei Hunden und deren Differenzialdiagnosen zu erheben.
    Material und Methoden: Über einen Zeitraum von 24 Monaten wurden 209 Hunde mit chronischen gastrointestinalen Symptomen (Einteilung nach Hauptsymptomatik: Durchfall [DF], Erbrechen [EB], Durchfall und Erbrechen [DF/EB]) vorgestellt und diagnostisch aufgearbeitet. Ergebnisse: Bei 155 Hunden konnte eine Diagnose gestellt werden. Davon hatten 85 Hunde DF (55%), 56 Hunde EB (36%) und 68 Hunde DF/EB (44%) als Hauptsymptom(e). Bei 129/155 Hunden (83%) wurden primäre Enteropathien diagnostiziert, die meist entzündlichen (90/129, 70%: futterresponsive Enteropathie [55]), infektiösen (23/129, 18%: Giardia spp. [18]) und neoplastischen (13/129, 10%) Ursprungs waren. Sekundäre Enteropathien wurden bei 26/155 Hunden (17%) diagnostiziert, wobei Erkrankungen des exokrinen Pankreas (13/26, 50%: Pankreatitis [12]) oder der Leber (7/26, 27%: portosystemischer Shunt [5]) die häufigsten Ursachen waren. Hunde mit primärer Enteropathie zeigten überwiegend DF oder DF/EB (61/129 DF, 22/129 EB, 46/129 DF/EB), wohingegen bei Hunden mit sekundärer Enteropathie meist EB das Hauptsymptom darstellte (8/26 DF, 13/26 EB, 5/26 DF/EB). Schlussfolgerung: DF war bei Hunden mit chronischer Enteropathie das dominierende Symptom. Als häufigste Diagnose bei Hunden mit primärer Enteropathie fand sich die futterresponsive Enteropathie (43%). Erbrechen war das dominierende Symptom der seltener auftretenden sekundären Enteropathien, die als mögliche Differenzialdiagnosen zu beachten sind. Pankreatitis (46%) ergab sich als häufigste Diagnose bei sekundären Enteropathien.