Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Kommuniziert Campylobacter über AI-2? (2014)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Adler, Linda (WE 8)
    Alter, Thomas (WE 8)
    Sharbati, Soroush (WE 3)
    Gölz, Greta (WE 8)
    Kongress
    CARO 2014
    FU-Berlin, Campus Düppel, 20. – 21.11.2014
    Quelle
    Workshop CARO 2014 - Campylobacter, Arcobacter & Related Organisms
    Berlin, 2014 — S. 22–23
    Kontakt
    Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene

    Königsweg 69
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62550 Fax.+49 30 838 46029
    email:lebensmittelhygiene@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Seit dem Nachweis, dass Campylobacter (C.) jejuni Autoinducer-2 (AI-2) produziert, wurden zahlreiche Untersuchungen zur Funktion und Rolle von AI-2 in C. jejuni durchgeführt. Dabei werden von verschiedenen Autoren Analysen mit oft widersprüchlichen Ergebnissen präsentiert. In den jeweiligen Studien wurden unterschiedliche C. jejuni Stämme eingesetzt. Auch die unterschiedlichen Mutationsstrategien und Kulturbedingungen erschweren ein Vergleich und die Interpretation dieser Daten. Da bislang kein AI-2 Rezeptor in C. jejuni identifiziert werden konnte wurden sämtliche Studien von AI-2-abhängigen Phänotypen mit AI-2-Synthase (luxS)-Mutanten durchgeführt. Allerdings spielt LuxS auch eine zentrale Rolle bei der Regeneration von Homocystein im Methioninzyklus. Daher sollten die luxS Mutanten sowohl mit AI-2 als auch mit einer metabolischen Ersatzkomponente komplementiert werden, um zu zeigen, ob auftretende Phänotypen ein Resultat der Störung der metabolischen Funktion von LuxS sind oder sich diese als Konsequenz der Unterbrechung der AI-2 vermittelten Zellkommunikation zeigen. Ziel dieser Studie ist es, das Wachstum und die Schwärmfähigkeit von drei verschiedenen C. jejuni luxS-Mutanten bei unterschiedlichen Temperaturen (37°C und 42°C) in verschiedenen Medien zu untersuchen. Unsere Studie zeigt, dass unterschiedliche Phänotypen von C. jejuni luxS-Mutanten abhängig vom Stammhintergrund, der Mutationsstrategie und den Kulturbedingungen sind. Die Komplementierung mit synthetischem AI-2 und AI-2 + Homocystein erhöhte die Zellzahl von C. jejuni NCTC 11168ΔluxS in der stationären Phase gegenüber der nicht komplementierten C. jejuni NCTC 11168ΔluxS Mutante. Die genetische Komplementierung beider C. jejuni 81-176 luxS Mutanten führte zu Wildtyp-vergleichbaren Wachstumskurven. Während die genetische Komplementierung die Schwärmfähigkeiten von C. jejuni 81-176ΔluxS wiederherstellte, konnte der Phänotyp von C. jejuni 81-176::luxS nicht vollständig komplementiert werden, was darauf hindeutet, dass potenzielle polare Effekte in dieser Mutante eine Rolle spielen. Mit der chemischen Komplementierung von AI-2 mit bzw. ohne Homocystein konnte das Schwärmverhalten von C. jejuni NCTC 11168ΔluxS und C. jejuni 81-176::luxS gesteigert werden, auch wenn das Wildtyp-Niveau nicht erreicht wurde. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass C. jejuni über AI-2 verschiedene Prozesse regulieren kann, auch wenn die genaue Funktionsweise noch nicht geklärt werden konnte.