Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Fortpflanzungsmanagement im Zoo:
    Dürfen Wildtiere verfüttert werden? (2014)

    Art
    Zeitschriftenartikel / wissenschaftlicher Beitrag
    Autoren
    Hildebrandt, Goetz (WE 8)
    Perret, Kai
    Eulenberger, Klaus
    Junhold, Jörg
    Luy, Jörg (WE 11)
    Quelle
    Tierethik : Zeitschrift zur Mensch-Tier-Beziehung; 2(9) — S. 13–27
    ISSN: 1869-4950
    Kontakt
    Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene

    Königsweg 69
    14163 Berlin
    +49 30 838 62550
    lebensmittelhygiene@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Konkreten Anlass, sich mit dem Thema der Fortpflanzung von Zootieren zu beschäftigen, bilden ein Urteil des Amtsgerichts Magdeburg sowie seine Bestätigung durch das Landgericht Magdeburg und das Oberlandesgericht Naumburg. Aus dem Tenor des Verfahrens kann der Eindruck entstehen, dass es keinen „vernünftigen Grund“ für die Euthanasie überzähliger Zootiere im Rahmen der Erhaltungszucht gibt. Damit Zoos jedoch ihren Beitrag zur Bewahrung der Biodiversität leisten können, sollte ein durch die Legislative abgesicherter Kompromiss zwischen den ethischen Überzeugungen der Tierrechtsbewegung einerseits und den biologischen Konzepten zum Artenschutz andererseits gefunden werden. Auf der Grundlage multidisziplinärer Abwägungen und unter Berücksichtgung der öffentlichen Akzeptanz erweist es sich als praxisgerechte Lösung, die angst- und schmerzfreie Tötung – unter dem Aspekt einer ausgeglichenen Tierschutzbilanz möglichst mit anschließender Verfütterung – in begründeten Ausnahmen nach sorgfältiger und dokumentierter Güterabwägung zu gestatten. Diesem Denkansatz des Schweizer Tierschutz STS folgend sollte als wesentliche Prämisse der gerechtfertigten Ausnahme eine artgerechte Haltung „im umfassenden Sinn“ vorliegen.